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Niedersachsen e.on Avacon bereitet Stellenabbau vor
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen e.on Avacon bereitet Stellenabbau vor
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18:42 27.11.2012
Von Jens Heitmann
Mitarbeiter von e.on Avacon haben gestern in Salzgitter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Quelle: dpa
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Helmstedt

Darüber hinaus sollen bei der Dienstleistungstochter e.on Best Service noch einmal 200 Jobs wegfallen, die im Avacon Netzgebiet angesiedelt sind. Ursprünglich war von 360 Stellen die Rede.

Bei e.on Avacon direkt sind aktuell 1800 Mitarbeiter beschäftigt, bei e.on Best Service 1260. Die Gesellschaft unterstützt den Vertrieb von e.on Avacon, das Helmstedter Unternehmen ist an ihr zu 30 Prozent beteiligt. Vom Stellenabbau seien die Standorte Wunstorf, Nienburg, Salzgitter, Sarstedt, Lüneburg und Helmstedt betroffen, hieß es gestern.

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Mit dem Streichprogramm reagiert das Unternehmen auf die Vorgaben des Mutterkonzerns e.on. Das Unternehmen will insgesamt 11.000 von 80.000 Stellen streichen, 6000 davon in Deutschland. Insgesamt will der Konzern die Kosten um 1,5 Milliarden Euro senken, um die Folgen der Energiewende besser schultern zu können. Als größter Betreiber von Atomkraftwerken leidet e.on besonders unter dem Atomausstieg.

Bei den Regionalversorgern kann der Konzern jedoch nicht allein entscheiden, weil auch Vertreter der kommunalen Anteilseigner in den Aufsichtsräten sitzen. An e.on Avacon sind 80 Kommunen beteiligt, sie halten ein Drittel der Anteile. Die Arbeitnehmervertreter hoffen von dieser Seite auf Unterstützung – aus diesem Grund hatten sie gestern zu einer Demonstration nach Salzgitter aufgerufen, wo der Aufsichtsrat über die Sparpläne des Vorstandes informiert wurde.

„Wir erwarten, dass die Anteilseigner sehr kritisch die Pläne des Vorstands hinterfragen“, sagte der zuständige ver.di-Bereichsleiter Immo Schlepper. Nach Angaben der Gewerkschaft waren etwa 1000 e.on-Beschäftigte zu der Kundgebung gekommen. Vertreter der kommunalen Anteilseigner hätten zugesagt, das Streichkonzept intensiv zu prüfen, hieß es von Arbeitnehmerseite. „Mir ist gesagt worden, man sehe sich nicht als Abnicker von Entscheidungen aus der Düsseldorfer e.on-Zentrale“, erklärte Avacon-Betriebsratschef Hans Prüfer.

Von Unternehmensseite hieß es jedoch, auch die kommunalen Aktionäre hätten Verständnis für das Sparprogramm. Avacon-Vorstandschef Söhlke zeigte sich zuversichtlich, mit den Arbeitnehmervertretern ins Gespräch zu kommen. Seine Hoffnungen ruhen vor allem auf den Eckpunkten eines Sozialplans, auf den sich der Konzern im Sommer mit den Gewerkschaften ver.di und IG BCE verständigt hat.

Demnach können vom Jobabbau betroffene Mitarbeiter ab 54 Jahren vereinbaren, dass sie mit 57 Jahren in den Vorruhestand gehen. Alternativ sind Abfindungen geplant. „Das ist ein fair bemessener Tarifvertrag“, sagte Söhlke gestern. Für Tochterunternehmen wie e.on Avacon gilt diese Vereinbarung jedoch nicht automatisch. Ziel des Unternehmens sei es, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen komme, sagte Söhlke.

Jens Heitmann 06.06.2013
Lars Ruzic 13.06.2013