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Niedersachsen e.on bietet Rente ab 57 Jahren
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen e.on bietet Rente ab 57 Jahren
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21:01 14.06.2012
Von Jens Heitmann
In der e.on-Zentrale gibt es Streit: Die Betriebsräte sind sich nicht mehr grün.
In der e.on-Zentrale gibt es Streit: Die Betriebsräte sind sich nicht mehr grün. Quelle: dpa
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Hannover

Demnach können Beschäftigte, die ihre Stelle verlieren, ohne große Abschläge mit 57 Jahren ausscheiden. „Es gibt jetzt einen entsprechenden Mustersozialplan“, sagte ein Konzernsprecher. „Dieser bietet eine gute Grundlage für die konkreten Verhandlungen vor Ort.“

Nach dem beschlossenen Atomausstieg hatte der Vorstand einen drastischen Sparkurs beschlossen. Im Zuge des „e.on 2.0“ betitelten Programms soll mehr als jede elfte der insgesamt 80000 Stellen wegfallen, rund 6000 in Deutschland. Der Konzernbetriebsrat hatte auf eine unternehmensweite Regelung gedrungen - die Verhandlungen mit dem Management seien jedoch nur schleppend vorangekommen, hieß es in Arbeitnehmerkreisen.

So hatte der Konzernbetriebsrat unter anderem die Einrichtung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft gefordert, in die überzählige Mitarbeiter für 24 Monate bei vollen Bezügen wechseln sollten. Bei nicht erfolgreicher Vermittlung hätte sich für weitere zwölf Monate der Wechsel in eine Transfergesellschaft mit 80 Prozent der Bezüge anschließen sollen. Der Vorstand will sich den Personalabbau jedoch nur 900 Millionen Euro kosten lassen; die vom Konzernbetriebsrat geforderte Ausstattung hätte diesen Rahmen offenbar gefährdet.

Während die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern auf oberster Ebene stockten, hat das e.on-Management parallel die Verhandlungen mit Betriebsräten einzelner Konzerngesellschaften vorangetrieben. Das Ergebnis ist der nun vorliegende Mustersozialplan - und die Spaltung des Konzernbetriebsrates. Vertreter der Gewerkschaft ver.di wollten sich nicht zu der Vereinbarung äußern. „Kein Kommentar“, sagten sowohl Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer als auch der für die Energiebranche zuständige ver.di-Bundesfachgruppenleiter Sven Bergelin.

Wichtigste Gesprächspartnerin für den e.on-Vorstand war die Betriebsratsvorsitzende von e.on Ruhrgas, Gabriele Gratz. Sie gehört der Christlichen Gewerkschaft Metall an und sitzt wie ihre beiden ver.di-Kollegen im Aufsichtsrat des Konzerns. Gratz gilt im Konzern als „unglaubliche Pragmatikerin“. „Wir wollen dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz wegfällt, eine gesicherte Zukunft haben“, sagte sie der „Rheinischen Post“.

Die Versorgung der Mitarbeiter im Vorruhestand fällt vergleichsweise üppig aus: Dem Vernehmen nach zahlt e.on bis zu 70 Prozent des letzten Nettogehalts und übernimmt weiter die Krankenkassenbeiträge. Zudem gewähre der Konzern einen Ausgleich dafür, dass die Mitarbeiter im Vorruhestand keine Beiträge mehr in die Rentenversicherung einzahlen können, hieß es in Düsseldorf.

Wer die Bedingungen für den Vorruhestand nicht erfülle, könne mit einer Abfindung gehen: e.on zahlt den Angaben zufolge 1,2 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Mit anderen Worten: Wer zwei Jahrzehnte bei e.on gearbeitet hat und 5000 Euro brutto verdient, erhält 120000 Euro. Wer sich schnell entscheidet, soll zusätzlich eine „Sprinterprämie“ in Höhe von 0,3 Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr erhalten.

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