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Niedersachsen htp: „Breitbandziel ist nicht zu schaffen“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen htp: „Breitbandziel ist nicht zu schaffen“
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13:28 05.05.2010
Von Helmuth Klausing
Datenknast: In unterirdischen Hochsicherheitsräumen bietet htp jede Menge Speicherplatz an.
Datenknast: In unterirdischen Hochsicherheitsräumen bietet htp jede Menge Speicherplatz an. Quelle: Archiv
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Wirtschaftskrise, gesättigter Telefonmarkt und eine nachlassende Wechselbereitschaft der Kunden – die Voraussetzungen für htp könnten besser sein. Dennoch hat die hannoversche Regionaltelefongesellschaft im vergangenen Jahr ein leichtes Umsatz- und ein dickes Gewinnplus geschafft und erwartet auch für 2010 weiteres Wachstum.

Die beiden htp-Geschäftsführer Ralf Kleint und Thomas Heitmann hoffen, von den Millionen des Konjunkturpakets zu profitieren. Die Bundesregierung will mit dem Geld, von dem Niedersachsens Kommunen 50 Millionen Euro erhalten sollen, die „weißen Flecken“ bei der Internetversorgung auf dem Land schließen.

Die Pläne Berlins, bis zum Jahresende flächendeckend wenigstens ein Megabit Bandbreite anbieten zu können, seien aber „definitiv nicht mehr zu erreichen“, da sind sich Kleint und Heitmann einig. Offenbar haben sich die Bürokraten dabei selbst ein Bein gestellt: „Wir warten auf die Veröffentlichung der Projektliste durch die Politik, um uns an den Ausschreibungen beteiligen zu können“, sagte Heitmann.

Ein großflächiger Internetausbau werde deshalb wohl erst 2011 beginnen können. An einem guten Draht zu den Entscheidungsträgern am Ort hapert es aber nicht: htp zählt in seinem Verbreitungsgebiet inzwischen alle Kommunen mit Ausnahme von Braunschweig, Braunschweig-Wenden und Schellerten zu seinen Kunden.

Mit den eigenen Ausbauplänen hält sich htp zunächst zurück. Die meisten Orte im Städtedreieck Hannover-Braunschweig-Hildesheim sind bereits mit htp-Leitungen versorgt, nur Burgdorf-Ehlershausen und im nächsten Jahr noch Uetze würden angeschlossen. 10 Millionen Euro will htp in diesem Jahr insgesamt investieren, sagte Carsten Klenke, kaufmännischer Prokurist.

Beim Ausbau der Leitungen achte man darauf, für die Zukunft gerüstet zu sein und auch höhere Übertragungsraten bis zu 50 Megabit anbieten zu können. In Neustadt-Otternhagen sei dies bereits jetzt der Fall. Die meisten Kunden seien aber mit vier Megabit vollauf zufrieden, sagte Kleint. Deutlich höhere Bandbreiten brauche ohnehin nur, wer über das Internet fernsehen wolle. Das gebe es bisher noch sehr selten.

Gut angelaufen ist das Geschäft mit dem im Herbst 2008 erworbenen Rechenzentrum in Lehrte. In den unterirdischen Hochsicherheitsräumen werden Speicherkapazitäten vor allem für Geschäftskunden aufgebaut. Die Auslastung liege derzeit zwar noch bei 15 Prozent, sagte Kleint, sie könne aber mit ein paar Großaufträgen auch schon rasch an ihre Grenzen stoßen. Beispielsweise würden dort Patientendaten der diakonischen Krankenhäuser aufbewahrt.

Die Zahl der htp-Kunden stieg im vergangenen Jahr um 5 Prozent. 72.100 Privat- und 7700 Geschäftskunden zählte das Unternehmen am Jahresende. Der Umsatz wuchs hingegen nur um ein Prozent auf gut 56,1 Millionen Euro. Der hohe Preisdruck im Telefon- und Internetmarkt mache sich dort bemerkbar, sagte Kleint. Man sei aber „am unteren Ende der Preisspirale angekommen“.

Unterm Strich blieb gleichwohl ein stattliches Gewinnplus von 34 Prozent auf 2,8 Millionen Euro. Die Zinsen, die htp für Kredite bei seinen Eigentümern – den Stadtwerken Hannover und dem Oldenburger Versorger EWE – gezahlt hat, seien im vergangenen Jahr deutlich gesunken, erläuterte Kleint. Allein deshalb habe ein so deutlicher Gewinnsprung ausgewiesen werden können. Der operative Gewinn sei hingegen um 3 Prozent auf 12,4 Millionen Euro gesunken.

Umgerechnet in Vollzeitstellen beschäftigte htp im vergangenen Jahr 177 Mitarbeiter. Die tatsächliche Zahl der Beschäftigten liegt aber wegen einiger Teilzeitstellen höher: 204 waren es zuletzt, nach 193 im Jahr davor.

 

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