Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Nach der Rettung: Nord/LB drohen starke Einschnitte
Nachrichten Wirtschaft Nach der Rettung: Nord/LB drohen starke Einschnitte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 04.02.2019
Soll verkleinert werden: Die Norddeutsche Landesbank in Hannover Quelle: dpa
Hannover

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) soll nach Worten von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) künftig „kleiner, regionaler, aber auch robuster sein“. Weil und Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) haben am Freitag eine Auffanglösung präsentiert, mit der die Zukunft der angeschlagenen Landesbank gesichert werden soll. So will der Deutsche Sparkassen- und Giroverband die Nord/LB mit 1,2 Milliarden Euro unterstützen, das Land stellt 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Hilfe soll über die landeseigene Beteiligungsgesellschaft (HannBG) finanziert werden. „Wir nehmen kein Steuergeld in die Hand“, sagte Hilbers. Die HannBG, in der auch die Beteiligungen des Landes an VW und der Deutschen Messe gebündelt sind, werde entsprechende Kredite aufnehmen, hieß es. Sie sollen unter anderem durch Dividendeneinnahmen getilgt werden.

Das Land Niedersachsen ist bisher mit knapp 60 Prozent der größte Anteilseigner der Nord/LB, die Sparkassen halten rund ein Drittel. Bei dieser Verteilung der Kräfte werde es im Grundsatz auch nach der Kapitalzufuhr bleiben, sagte Hilbers. In welcher Form sich das Land Sachsen-Anhalt an der Hilfsaktion beteilige, sei noch unklar.

Die Nord/LB ist wegen fauler Schiffskredite ins Schlingern geraten. Diese sollen nach Hilbers’ Worten „in zwei Transaktionen“ veräußert werden. Hier stünden noch etwa 7 Milliarden Euro in den Büchern, erläuterte Ulrich Bückmann aus dem Finanzministerium. Bei diesen Kreditverkäufen könnten auch private Interessenten wieder ins Geschäft kommen, sagte Hilbers. Der Verkauf der ganzen Bank an Privatinvestoren war zuvor verworfen worden.

Wie hoch der Stellenabbau nun ausfallen wird, ist unklar – das hänge auch vom neuen Zuschnitt der Nord/LB ab, hieß es. Zunächst müsse der Vorstand einen Businessplan entwerfen, dann werde das Konzept mit der Bankenaufsicht und der EU-Kommission besprochen. Sie hatte zuletzt den Druck erhöht und mit einer Abwicklung gedroht. Die Gewerkschaft Verdi forderte einen Strukturtarifvertrag, der den Personalabbau „auf ein unvermeidliches Maß begrenzt, sozial verträgliche Wege beschreibt und betriebsbedingte Kündigungen ausschließt“.

Im Landtag traf die Rettungsaktion auf ein geteiltes Echo. Während die Regierungsparteien SPD und CDU den Plan lobten, bemängelte Stefan Wenzel (Grüne), dass noch zu vieles im Dunklen liege – etwa die wirklichen Kosten, die den Akteuren entstünden. FDP-Fraktionschef Stefan Birkner bezweifelte die Aussage des Finanzministers, es werde kein Geld der Steuerzahler in die Hand genommen. Denn letztlich hafte das Land für die schlingernde Bank. Birkner fürchtet, dass der Sanierungsplan „der Beginn eines langen Abschieds“ von der Nord/LB sein könnte.

Von Michael B. Berger und Jens Heitmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Wirtschaft Industrie- und Handelskammer Hannover - Streit um den Chefposten: Bei der IHK rumort es

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover hat die Wahl eines neuen Hauptgeschäftsführers vertagt. Der Autohändler Karl-Heinz Kahle und andere Mitglieder hatten zuvor das Auswahlverfahren kritisiert.

03.02.2019

Im Bieterverfahren um eine Beteiligung an der NordLB liegt ein gemeinsames Angebot von zwei Finanzinvestoren vor. Nun steht eine Richtungsentscheidung an.

27.01.2019

Beim Maschinenbauer Hartmann Valves aus Burgdorf-Ehlershausen wird Familie großgeschrieben – nicht nur in der Chefetage. Dafür bekam Geschäftsführer Werner Hartmann jetzt den Preis des Verbandes der Familienunternehmer. Der 38-Jährige leitet die Firma zusammen mit seinen beiden Brüdern.

20.01.2019