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Wirtschaft Nord/LB streicht weitere 430 Arbeitsplätze
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB streicht weitere 430 Arbeitsplätze
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11:58 26.11.2018
Hannover

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) streicht weitere Arbeitsplätze und bereitet sich auf Gespräche mit möglichen Investoren vor, die frisches Kapital einbringen könnten. Bis Ende 2020 sollen im Konzern 430 Stellen wegfallen, teilte das Kreditinstitut am Mittwoch mit. Diesmal werde es „im Wesentlichen“ Hannover treffen, sagte ein Sprecher der Bank. Da das Geldhaus Rückstellungen etwa für Abfindungen bilden muss, wird es in diesem Jahr wohl in die roten Zahlen rutschen.

Der Stellenabbau ist Teil eines im vergangenen Jahr angekündigten Programms, wonach in dem Zeitraum insgesamt rund 1250 Arbeitsplätze eingespart werden sollen. Nach der Fusion der Nord/LB mit der früheren Bremer Landesbank wurden bereits rund 420 Jobs abgebaut – vor allem in Bremen und Oldenburg. Derzeit beschäftigt die Nord/LB noch rund 5900 Mitarbeiter, davon 3300 in Hannover.

Transformationsprogramm „voll im Plan“

„Mit unserem Transformationsprogramm ,One Bank’ stellen wir die Bank effizient und zukunftssicher auf“, sagte Nord/LB-Chef Thomas Bürkle. Mit der im November beginnenden zweiten Phase liege die Landesbank „voll im Plan“. Zur Disposition stehen nun Arbeitsplätze vor allem im Kreditgeschäft sowie in Stabsfunktionen in der Verwaltung. Bei den genannten 430  Arbeitsplätzen handelt es sich nach Angaben der Nord/LB um Vollzeitstellen – die Zahl der betroffenen Mitarbeiter könnte also höher ausfallen.

Den Personalabbau wolle man durch freiwillige Vorruhestands- und Abfindungsregelungen bewerkstelligen, hieß es. „Wir werden alles daran setzen, dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt“, sagte der Nord/LB-Sprecher. Eine mit den Personalvertretern getroffene „Zukunftssicherungsvereinbarung“ sieht vor, solche Kündigungen zu vermeiden. In den kommenden Monaten soll analysiert werden, in welchen Bereichen die weiteren, in dem Programm des Vorstands vorgesehenen Arbeitsplätze gekürzt werden können.

Rückstellungen könnten Jahresergebnis belasten

Wie hoch die wegen des Personalabbaus notwendigen Rückstellungen ausfallen könnten, wollte die Landesbank nicht beziffern. Zunächst fielen Kosten an, die sich jedoch mittel- und langfristig auszahlten, betonte Bürkle. Die Rückstellungen trügen – neben negativen Markteinflüssen – dazu bei, dass die Nord/LB im Gesamtjahr voraussichtlich einen Verlust verbuchen werde. Auch hier nennt das Geldhaus noch keine Zahlen. Es hebt aber hervor: „Die konsequente Neuaufstellung der Bank auf der Kapital-, Risiko- und Kostenebene hat für uns höchste Priorität und ist wichtiger als ein positives Jahresergebnis für das laufende Jahr.“

Das unter großen Problemen im Geschäft mit Schiffskrediten leidende Institut erzielte 2017 einen Gewinn in Höhe von 135 Millionen Euro – nach einem Verlust von fast 1,96 Milliarden Euro im Jahr 2016. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lag das Ergebnis bei 54 Millionen Euro.

Die Bank benötigt frisches Kapital in Milliardenhöhe und prüft auch eine mögliche Beteiligung externer Investoren. Sie wird dabei von den Investmentbanken J.P. Morgan und Houlihan Lokey beraten. Interesse an einem Einstieg sollen etwa Finanzinvestoren wie Cerberus und Apollo sowie die Landesbank Baden-Württemberg und die Helaba bekundet haben – eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber nicht.

Die Reaktionen auf die angekündigten Stellenstreichungen fallen unterschiedlich aus. Niedersachsens Finanzminister Hilbers unterstützt den Kurs der Nord/LBVerdi warnt vor einer zu starken Belastung der Beschäftigten.
 

Von Dirk Stelzl

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