Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wirtschaft Sparkassen führen Apple Pay ein
Nachrichten Wirtschaft

Sparkassen und Volksbanken führen Bezahldienst Apple Pay ein

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 29.06.2019
Zahlungsverkehr per Apple Pay gibt es bald auch bei den Sparkassen und Volksbanken. Quelle: dpa
Frankfurt

Der Bezahldienst Apple Pay wird noch in diesem Jahr bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland starten – aber zunächst ohne die Unterstützung der populären Girocard. Das sagte die zuständige Apple-Managerin Jennifer Bailey am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Apple Pay ermöglicht bargeldloses Zahlen per Smartphone oder Apple Watch.

Auch die Volksbanken sind dabei

Gleichzeitig bestätigte die Sparkassen-Finanzgruppe den Start: „Die Sparkassen werden Apple Pay in Deutschland einführen und den Kunden diese einfache, sichere und vertrauliche Zahlungsweise anbieten.“ Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) twitterte: „Die Tinte ist trocken: Die Volksbanken Raiffeisenbanken werden ihren Kunden im Laufe des Jahres ApplePay anbieten.“

Ab wann genau die Bankkunden Apple Pay nutzen können, sagte Managerin Bailey nicht. Der Dienst werde „später in diesem Jahr“ starten. Zum Auftakt können die Kunden nur Kredit- oder Debitkarten hinterlegen, später solle aber auch die populäre Girocard folgen. „Wir befürworten eine Integration, dazu muss aber noch Arbeit erledigt werden, auch beim Konsortium der Girocard“, betonte Bailey. Apple habe bereits in anderen Ländern bewiesen, dass man nationale Kartensysteme unterstütze. In Deutschland sei Apple Pay für rund 80 Prozent der im Umlauf befindlichen Kredit- und Debitkarten verfügbar.

Sparkasse Hannover prüft Vertragswerk

Dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband gehören 384 Institute an. Die Sparkasse Hannover als eines der größten unter ihnen beschäftigt sich seit Mitte der Woche mit dem Thema. „Das umfangreiche Vertragswerk zu Apple Pay ist gestern bei uns eingetroffen; wir werden das jetzt prüfen“, sagt Sprecher Stefan Becker am Mittwoch. Jedes Institut entscheide individuell über die Einführung. Daraus ergebe sich auch, wie aufwendig diese sei. „Nach jetzigem Stand ist davon auszugehen, dass wir Apple Pay für die Kreditkarten Master und Visa noch in diesem Jahr einführen und im nächsten Jahr dann für die Girocard“, umriss der Sprecher einen Zeitraum.

Kassentechnik muss unterstützen

Apple Pay war Ende 2018 in Deutschland an den Start gegangen. Benutzer können mit dem Service im Laden wie mit einer Kreditkarte bezahlen. Dazu aktiviert man am Smartphone oder an der Apple Watch die Bezahlfunktion und hält das Gerät dann ans Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen über einen Funkchip unterstützen, was mittlerweile in fast allen Supermärkten in Deutschland der Fall ist.

Hierzulande funktioniert Apple Pay trotz der kurzen Anlaufphase bisher schon mit Kredit- oder Debitkarten unter anderem bei der Deutschen Bank, N26, HypoVereinsbank, Santander, Comdirect und DKB. Sparkassen und Genossenschaftsbanken bieten seit dem vergangenen Jahr eigene Bezahl-Apps an. Apple Pay steht im Wettbewerb mit den Bezahlsystemen von anderen Weltkonzernen wie Google, Samsung und Paypal. Sie sind allesamt mächtig, aber auf die Hilfe der Banken angewiesen, denn diese müssen ihre Kredit- und Girokarten für die Smartphone-Bezahlsysteme freigeben.

Versuch in der Hochburg des Bargelds

Beratungsfirmen wie Oliver Wyman und Internet-Sicherheitsdienste wie Eset halten einen schnellen Siegeszug der Smartphone-Bezahlsysteme in Deutschland für unwahrscheinlich. Das Land gilt als Hochburg des Bargeldverkehrs, zudem sind viele Verbraucher wegen der Datensicherheit skeptisch gegenüber elektronischen Zahlungssystemen. Die Bundesbank hat ermittelt, dass nur sieben Prozent der Deutschen schon einmal mit dem Smartphone bezahlt haben.

Andererseits ist auch das Verbraucherverhalten im Umbruch: Im vergangenen Jahr wurde laut einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts Ehi erstmals häufiger mit Giro- oder Kreditkarte bezahlt als mit Münzen oder Scheinen.

Von Christoph Dembach und Bernd Haase

Albrecht Hertz-Eichenrode hat die Hannover-Finanz-Gruppe aufgebaut und zum Erfolg geführt. Nun ist er im Alter von 75 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben.

24.06.2019

Nach der zweiten erfolglosen Tarifverhandlung kündigt Verdi weitere Warnstreiks im Großhandel an. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von mindestens 6,5 Prozent.

20.06.2019

Drohen neue Streiks? Arbeitgeber bieten zwei Gehaltssteigerungen von 1,7 und 1,2 Prozent für die Beschäftigten im Einzelhandel. Die Gewerkschaft Verdi weist das als Reallohnsenkung zurück.

20.06.2019