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CeBIT 2009 CeBIT: Kleiner, feiner, konzentrierter
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11:20 09.03.2009
Er hat die Webciety geprägt: Blogger Sascha Lobo
Er hat die Webciety geprägt: Blogger Sascha Lobo Quelle: David Hecker/ddp
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Insbesondere ist es gelungen, schwer vermittelbare, aber boomende Themen abzubilden. Einen zunächst sehr wolkigen, aber eben auch sehr trendigen Begriff wie das „cloud computing“ dürfte beispielsweise jeder Standbesucher verstanden haben, der bei der Telekom die Demonstration gesehen hat, wie vom Handy aufgenommene Fotos Sekunden später sowohl auf dem PC als auch auf dem Fernsehgerät dargestellt werden – abgespeichert liegen sie irgendwo außerhalb der Geräte, in der „cloud“, der „Wolke“ Internet.

Die Telekom ist auch in anderer Hinsicht ein gutes Beispiel: Am üppig gestalteten Stand des Konzerns war der Wandel der CeBIT von der Ausstellermesse zum Kongress mit Fachleuten mit Händen zu greifen. Wo früher Barbara Schöneberger ihre Mätzchen machte, dominierten diesmal im Telekom-Trendforum Fachleute – die vor Publikum wichtige Entwicklungen erklärten und Publikumsfragen zuließen.

Diesen Trend zu mehr Sachlichkeit hatte die Messe vor einem Jahr mit der Veranstaltungsreihe „Global Conferences“ eingeleitet. In diesem Jahr ging das Konzept auf. Auch bei dieser Konferenz trat eine Reihe kluger Köpfe aus der weltweiten IT-Szene auf.

Selbst wenn man Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger einmal beiseite lässt: Es waren durchaus Prominente dabei, die die Messe nicht nur schmücken, sondern die auch etwas zu sagen hatten: zum Beispiel Intel-Präsident Craig Barrett, Microsoft-Vorstand Kevin Turner und Linked in-Chef Reid Hoffman.

Etwas verspielter war die neu geschaffene Webciety-Arena in Halle 6. Sie hat viele Elemente von Internetkongressen aufgenommen: etwa die Vorgabe, bestimmte freie Vorträge auf die Sekunde genau zu begrenzen, ebenso wie das beständige Einblenden von Live-Reaktionen der Beobachter aus dem Internet.

Dabei war es hilfreich, Blogger wie Sascha Lobo in den Dienst der Messe gestellt zu haben. Die Bloggerszene in Deutschland ist klein, aber in Sachen Internet eben vom Fach. „Ich muss neidvoll zugestehen, dass ihr es irgendwie geschafft habt, dass doch alle zur CeBIT kommen“, sagte gestern einer, der nicht dabei gewesen ist, Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher .

Mehr Fachthemen, weniger Halligalli: Dass die Leitmesse der Computerindustrie mehr Orientierung bietet als früher, passt in das Mosaik. Früher war das Ausstellerverzeichnis anderthalb Kilogramm schwer und dick gebunden. Diesmal war es zum Mitnehmen gestaltet, dünn geheftet und passte in die Jackentasche – nicht nur wegen gesunkener Ausstellerzahl, sondern weil sich die enthaltenen Listen auf das Wesentliche beschränken.

Die parallel von der Messe angebotenen Führungen für Besuchergruppen zu thematisch zusammengestellten Ausstellern auf dem Gelände haben zusätzlich geholfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Solchen Service fürs Publikum unterwegs auszubauen, ist die Herausforderung für 2010. Ein komplett freies Internet-Funknetz auf dem Gelände für Messebesucher wäre der Weg, aber auch eine weitere finanzielle Hürde.

Helmuth Klausing 09.03.2009