Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
CeBIT 2009 Ideen aus Knete für Probleme des Alltags
Nachrichten Wirtschaft Themen CeBIT 2009 Ideen aus Knete für Probleme des Alltags
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 05.03.2009
Von Marina Kormbaki
Anzeige

Plastikboxen mit Knetgummi, Pappe und Bastelscheren liegen verstreut herum. Überall kleben bunte Merkzettel. „Wir nähern uns spielerisch den Lösungen für komplexe Fragestellungen“, sagt Hans-Joachim Allgaier, der für die Öffentlichkeitsarbeit der vor zwei Jahren gegründeten Denkfabrik zuständig ist. Im Potsdamer Hasso-Plattner-Institut machen Studienabsolventen aller Fachrichtungen eine Zusatzqualifikation in der Fachrichtung IT-Systems Engineering. Theologen, Maschinenbauer und Anglisten arbeiten dort an Ideen für nützliche Software.

Die Fragestellungen, mit denen sich die Studenten auseinandersetzen, sind nicht nur theoretischer Art. „Im vergangenen Jahr wurden wir von der Deutschen Messe AG beauftragt, ein Nutzungskonzept für die unvermietbare Halle 1 zu entwickeln“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Simon Blake. Die Studenten fanden heraus, dass viele Besucher positive Erfahrungen in der ältesten Halle des Messegeländes gemacht haben. Sie haben der Messe AG vorgeschlagen, eine Schneise durch die Halle zu schlagen. „So käme reichlich Tageslicht durch, und die Halle würde heutigen Ausstellungsanforderungen genügen.“

Anzeige

Die täglich neuen Herausforderungen, für die die Studenten auf der CeBIT Ideen für neue Software finden sollen, sind aus dem Alltag der Besucher gegriffen. Da geht es zum Beispiel um die Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben in der Netzgesellschaft. Wie lässt sich der Stress von Berufstätigen im „Always-on-Zeitalter“ verringern? Die Studenten haben geknetet, gemalt und gebastelt – und so ein Lösungskonzept entwickelt. „Eine spezielle, auf das Handy geladene Software könnte die Fotos von Menschen anzeigen, mit denen man telefoniert – je häufiger man mit einer Person telefoniert, desto größer erscheint ihr Bild auf dem Display“, sagt der Student Pascal Gemmer. Wenn das Bild vom Chef größer ist als das der Freundin, wisse man, dass mit der Work-Life-Balance etwas nicht stimmt.

Täglich um 9.30 Uhr wird in Halle 9 auf der Galerie das Lösungskonzept für die Aufgabe vom Vortag präsentiert, und die Studenten stellen die neue Tagesaufgabe vor.

CeBIT 2009 Technik für den Alltag - Das Haus von morgen denkt mit
Marina Kormbaki 05.03.2009