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CeBIT 2010 CeBIT 2010: Kleinere Messe, größeres Themenspektrum
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20:13 26.02.2010
Von Marina Kormbaki
Die CeBIT 2009 (Archivbild)
Die CeBIT 2009 (Archivbild) Quelle: afp
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Die CeBIT mag in diesem Jahr kleiner ausfallen als in den Jahren zuvor, das Themenspektrum der nach wie vor weltweit bedeutendsten Computermesse reicht aber noch ein bisschen weiter als bei früheren Ausgaben der IT-Show. Von Dienstag an präsentieren 4157 Aussteller aus 68 Ländern fünf Tage lang neue Produkte und Software-Anwendungen aus der High-Tech-Branche. Auf den 185.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche soll jeder Besucher auf die eine oder andere spannende Innovation stoßen können – ganz gleich, ob er sich für Web-2.0-Dienste, Navigationsgeräte oder für die Schaffung eines Heimnetzwerks interessiert. Wir stellen die diesjährigen CeBIT-Schwerpunkte vor und zeigen, wo sie auf dem Gelände vertreten sind.

Connected Living: Das Leitthema der CeBIT bringen die Messemacher in diesem Jahr auf die Formel „Connected World“, vernetzte Welt also, und besonders gut sichtbar soll dieses Motto in Halle 9 an Stand A40 werden, wo das Wohnen der Zukunft präsentiert wird. Die Schaffung eines Heimnetzwerks steht hier im Mittelpunkt. Das klingt nach Kabelgewirr und langen Stunden nervenaufreibenden Herumprobierens, tatsächlich aber wollen die Aussteller auf rund 400 Quadratmetern ein ohne viel Aufwand mögliches, komfortables Wohnen illustrieren, bei dem alle Geräte herstellerübergreifend vernetzt und gesteuert werden können. Konkret heißt das beispielsweise: Ein digitaler Küchenhelfer unterstützt die Bewohner bei der Zubereitung gesunder Mahlzeiten, ein Fitnessassistent sorgt für die nötige Bewegung, und die elektronische Energiehilfe hilft beim sparsamen Umgang mit Licht.

Webciety: Das Internet kommt einem wohl als erstes in den Sinn, wenn die Rede von der vernetzten Welt ist. Nun ist es aber eine Herausforderung, will man den virtuellen Raum in der Realität abbilden. Die CeBIT nimmt sich dieser Aufgabe bereits zum zweiten Mal unter dem Kunstwort „Webciety“ an, was für das Ineinandergreifen von „Web“ und „Society“ steht. Ob es nun Unternehmen sind, die gemeinsam an Wissensnetzwerken, sogenannten Wikis, arbeiten, oder aber private Nutzer, sich sich über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Flickr miteinander austauschen – das World Wide Web ist längst in alle gesellschaftlichen Bereiche vorgedrungen, und genau darum soll es in den netzwerkartig angeordneten Ausstellungsständen im „begehbaren Internet“ von Halle 6 gehen.

Destinations ITS: Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich nicht etwa ein Reiseveranstalter; „ITS“ steht für „Intelligent Transport Systems“. Genauer gesagt, lautet das Thema von Halle 7 „Verkehrstelematik“. Dabei geht es in der Halle am Osteingang des Messegeländes um das Auto der Zukunft und um die elektronische Kommunikation zwischen Auto und Umwelt. Im Jahr 1999 kamen die ersten Navigationsgeräte auf den Markt, und damals waren es noch die Statussymbole einiger weniger. Mittlerweile sind sie nicht nur günstiger zu haben, sondern noch dazu in allen erdenklichen mobilen und stationären Formen und mit immer mehr Ausstattungsmerkmalen. Die Aussteller zeigen neue Geräte, die über die Verkehrslage aufklären, und präsentieren Werkzeuge fürs automatisierte Parken, die Besucher auch selbst testen können.

CeBIT Sounds: Eine gravierende Neuheit birgt das Konzept der CeBIT selbst: Die erstmals stattfindende CeBIT Sounds in Halle 22 soll zu einem zentralen Treffpunkt der Musikbranche werden, für die die Vermarktung von Musikern und Titeln über das Internet zunehmend an Bedeutung gewinnt. Online-Netzwerke wie Myspace und Facebook erweisen sich immer häufiger als ergiebige Fundgruben für Musikfans und Plattenfirmen, die hier auf talentierte Sänger und Bands stoßen. Da die Berliner Musikmesse Popkomm im vergangenen Jahr ausgefallen ist und in diesem Jahr erst in sechs Monaten stattfindet, erhoffen sich die Veranstalter von der CeBIT Sounds weitere Aussteller und noch mehr Publikum. Die neue Plattform soll eine Fachmesse zum Knüpfen von Kontakten sein und zugleich das Publikum mit Popkonzerten junger Musiker unterhalten (Programm siehe unten).

Tele Health: Noch so ein Phantasiewort, das aber für handfesten Nutzen steht: Das Gesundheitswesen ist zunehmend auf IT-Angebote angewiesen, und so gelten elektronische Neuheiten bei Apotheken, Kliniken, Arztpraxen und Krankenversicherungen denn auch als aussichtsreicher Zukunftsmarkt. Deshalb bildet Tele Health erneut ein Schwerpunktthema der CeBIT. In Halle 8 können interessierte Besucher erfahren, wie elektronische Neuheiten zum Wohle der Patienten eingesetzt werden sollen. Unter anderem will die Medizinische Hochschule Hannover zeigen, wie mit telemedizinischem Management, also beispielsweise einer live per Web übertragenen ärztlichen Diagnose Herzkranken geholfen werden kann.

Global Conferences: Die digitale Revolution ist längst nicht abgeschlossen. In welche Richtung sich die Wissensgesellschaft entwickeln wird, darüber referieren Führungskräfte von Internetgrößen wie Skype, Flickr, Google, Amazon oder SAP im Convention Center (CC), Raum 2. Die Experten geben einen Ausblick in die Zukunft von Arbeit und Freizeit und umreißen Entwicklungen ihrer Branche. Einen Schwerpunkt der nun schon zum dritten Mal im Rahmen der CeBIT stattfindenden Global Conferences bildet die Plattform @music in Halle 22 am Sonnabend, 6. März, wo Vertreter der Musikindustrie einen Blick in die Zukunft der Vermarktung von Tonträgern werfen. Der Eintritt für die Global Conferences ist in der CeBIT-Eintrittskarte enthalten.

Future Parc: Wer Visionen hat, geht zur CeBIT. Vorzugsweise in den Future Parc in Halle 9, wo ein umfassender Überblick geboten wird über Ideen und Träume der Informations- und Kommunikationsindustrie. Besucher haben auf rund 6000 Quadratmetern Gelegenheit, sich mit Vertretern von Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder innovativen Start-Up-Unternehmen auszutauschen. Mit dabei ist auch die Fraunhofer-Gesellschaft, die über den elektronischen Personalausweis informiert, das 3-D-Fernsehstudio der Zukunft vorstellt und demonstriert, wie man einen Finger als Fernbedienung in der Küche nutzt.

Green IT: Nicht moosbewachsene Laptops werden hier zur Schau gestellt, sondern gleichermaßen ökonomisch und ökologisch erfolgreiche Produkte. Auf Green IT lag im vergangenen Jahr der thematische Schwerpunkt der Messe, diesmal können sich Besucher in Halle 8 auf 2000 Quadratmetern von energieeffizientem Design über ebensolche Informationsspeicher hin zum Recycling von Rechnern informieren.