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CeBIT 2010 CeBIT Sounds eröffnet mit Auftritt von Max Herre
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08:52 03.03.2010
Grooven auf der Computerschau: Max Herre mit der Band.
Grooven auf der Computerschau: Max Herre mit der Band. Quelle: Rainer Surrey
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Wenn Messebesucher ihr Handy zücken, um Fotos zu machen, dann muss etwas Besonderes zu sehen sein: In Halle 22 wurden am Dienstagnachmittag viele Telefone hochgehalten. Zu sehen und zu hören war Max Herre (36) mit seiner dreiköpfigen Band und groovenden Melodien vom aktuellen Soloalbum. Das „Freundeskreis“-Mitglied spielte als erster Musiker auf der neuen CeBIT Sounds – dem Musik-Business-Festival auf der Messe. Und schaffte es spätestens mit seinem 1997er-Hit „A-N-N-A“, den Anzugträgern auf den weißen Designerhockern vor der Bühne ein Kopfnicken abzujagen – oder wenigstens ein kleines Lächeln. Vor den steifen Messebesuchern fürchteten sich viele der Bands, die das CeBIT Sounds-Kuratorium für das neue Konzept angefragt hatte, erzählte Henning Wehland (38), seinerseits CeBIT Sounds-Kuratoriumsmitglied und Sänger der „Söhnen Mannheims“. „Dabei weiß man ja, dass auch Schlipsträger rocken können“, befand Wehland lachend.

Ganz so locker rockig war es dann trotz Max Herres Bemühungen nicht – Geschäftsleute bleiben eben Geschäftsleute. Dafür haben die Freundinnen Lena Hemmeke (25) und Dörthe Albert (23) mit ihrer bunten Kleidung Stimmung vor die Bühne gebracht – sie waren extra für die Sounds-Konzerte aus Hamburg und Münster angereist. „Die Messe interessiert uns eigentlich nicht so“, sagten sie.Respekt vor dem etwas anderen Publikum hatte auch Gitarren-Popper Ingo Pohlmann (37), der später am Nachmittag mit seiner Band die Bühne betrat: „So ein Messegig ist nicht so schön – da muss man sich das Publikum erst erspielen“, sagte Pohlmann, der unter anderem seinen Hit „Wenn jetzt Sommer wär’“ spielte. Die Musik komme auf der CeBIT Sounds auch noch etwas zu kurz, urteilte der Musiker. „Hier wird viel zu viel geredet.“

Was er meinte, waren die Eröffnungsreden auf der neuen Bühne. Zuvor hatte Ernst Raue, Vorstand Deutsche Messe AG, die Besucher begrüßt und das Konzept gelobt: „Das ist ein längst überfälliges Bindeglied – und es kann sein, dass es hier mal laut wird, aber das ist gewollt“, sagte er. Dieter Gorny (56), Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands der Musikindustrie und Gründer der Musikmesse Popkomm, sprach über die Herausforderungen für die Musik- und IT-Branche und stellte Fragen zum Urheberrecht und dem Verständnis von Kultur. Antworten gab es zunächst keine. Doch um die zu finden, sollen Musik- und IT-Branche in Halle 22 ja noch die ganze Woche diskutieren.

Hannah Suppa

02.03.2010
Marina Kormbaki 02.03.2010
Julia Sellner 02.03.2010