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CeBIT 2010 Vodafone und Telekom ringen bei der CeBIT um den Mittelstand
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19:44 01.03.2010
Von Helmuth Klausing
Rot und schnörkellos: Vodafone richtet sich ganz auf Geschäftskunden ein.
Rot und schnörkellos: Vodafone richtet sich ganz auf Geschäftskunden ein.  Quelle: ap
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Selbst um die „Sohos“ will man sich jetzt besonders kümmern – ganz kleine Firmen bis hin zum Ein-Mann-Betrieb, die auf englisch „small office, home office“ genannt werden, abgekürzt eben „Soho“.

Vodafone hat seinen kompletten Messestand bei der CeBIT in Hannover auf Geschäftskunden ausgerichtet. Neue Angebote für Endverbraucher gebe es hingegen erst auf der Funkausstellung im Herbst in Berlin zu sehen, sagte Jan Geldmacher, Geschäftsführer für den Bereich Firmenkunden, am Montag. 

Da ist es nur folgerichtig, dass Vodafone seinen Messestand im Pavillon unter dem Expo-Dach am Publikumssonnabend gar nicht erst öffnet. Schon im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen auf diese Art budgetschonend seine Messepräsenz verkürzt. 

Im Geschäft mit Geschäftskunden sieht Geldmacher Wachstumschancen. Im dritten Quartal des am 31. März endenden Geschäftsjahrs habe es immerhin ein Prozent Umsatzzuwachs in diesem Bereich gegeben. Angesichts eines im Gesamtunternehmen zuletzt um 4 Prozent rückläufigen Umsatzes ist das schon nicht so schlecht.

Die Profitabilität seines Bereichs sei „ordentlich“, sagte Geldmacher, ohne Zahlen zu nennen. Durch die Verbindung von Festnetz- und Mobiltelefonangeboten mit Internetzugängen aus einer Hand sieht Geldmacher einen Weg, neue Kunden zu gewinnen. Vodafone bietet Firmen auch „virtuelle Telefonanlagen“ im Netz an, der Kunde spart dabei unter anderem die Wartungskosten.

Stolz ist man auf Großkunden wie die ARD, für die Vodafone alle Länderanstalten per Glasfaserleitung miteinander verbindet. Für den Freistaat Bayern stellen die Düsseldorfer 3600 Festnetzanschlüsse, 40.000 Handykarten, den Behördenfunk und die Datenverbindung von 1400 öffentlichen Einrichtungen bereit.

Schon jetzt erwirtschaftet Vodafone in Deutschland rund 30 Prozent seiner Umsätze mit Geschäftskunden. Die Deutsche Telekom kommt da nach eigenen Angaben zwar erst auf 22 Prozent – allerdings auf Basis siebenmal größerer absoluter Zahlen.

Entsprechend plant der Konzern auch Größeres für kleinere Unternehmen: Mit dem im April startenden „Deutschland-LAN“ will die Telekom quasi eine „Community“ für den Mittelstand einrichten, wie Geschäftskunden-Marketingleiter Dirk Backofen gestern sagte.

LAN („local area network“) bezeichnet eigentlich ein örtlich streng eingegrenztes Netzwerk, die Telekom dehnt das auf das ganze Bundesgebiet aus. Firmenkunden erhalten eine Internetanbindung mit in ganz Deutschland garantierten zehn Megabit Datengeschwindigkeit, dazu verschiedene Endgeräte.

Die Telekom sieht ihrerseits zu, dass die gesamte Geschäftskommunikation des Unternehmens im Büro und unterwegs reibungslos funktioniert. Und wenn ein Unternehmen Geschäftskontakte zu einem anderen pflegt, das ebenfalls Kunde im „Deutschland-LAN“ ist, gilt dafür sogar ein Pauschaltarif. Bis Ende August lockt die Telekom zudem mit einem günstigen Einführungspreis.