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CeBIT 2011 Wissenschaft muss nicht trocken sein
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01:16 05.03.2011
Von Frerk Schenker
Ein Hingucker: Fußball spielende Roboter aus Niedersachsen in Halle 9.
Ein Hingucker: Fußball spielende Roboter aus Niedersachsen in Halle 9. Quelle: Rainer Surrey
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Kein Formel-1-Wagen, kein Supercomputer und auch kein singendes Showsternchen – im Wettstreit um die Gunst der CeBIT-Besucher geben sich die Aussteller der Halle 9 eher unaufgeregt. Dabei sind die Neuheiten, die Forscher aus der ganzen Republik dort zeigen, alles andere als trocken und langweilig.

So auch am niedersächsischen Gemeinschaftsstand, wo sich 25 Aussteller aus Wissenschaft und Wirtschaft präsentieren. Zu sehen gibt es unter anderem einen intelligenten Videorekorder, den Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück entwickelt haben. Das Gerät analysiert die Sehgewohnheiten des Benutzers und nimmt automatisch passende Fernsehsendungen auf. Anschließend wird eine Empfehlung auf dem Bildschirm angezeigt – bei einem Kulturfreund zum Beispiel der Hinweis auf eine Literatursendung. Dafür nutzt der Rekorder die sogenannten EPG-Daten, die von Fernsehsendern zum jeweiligen Programm ausgestrahlt werden. „Ein ähnliches Gerät gibt es derzeit nur in den USA, in Europa ist das neu“, erklärt Mitentwickler Benedikt Engelbert. Das Gerät lässt sich zudem mit sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook verbinden. Über diese Onlineplattformen können sich Freunde untereinander Empfehlungen für Sendungen schicken, die der Rekorder anschließend aufnimmt.

Einen echten Publikumsmagneten hat die Ostfalia-Hochschule an ihrem Stand. Die Informatiker aus Wolfenbüttel veranstalten dort den RoboCup – einen fußballerischen Wettstreit zwischen Robotern. Die rennen zwar nicht ganz so flink dem Ball hinterher wie Ya Konan und Co. bei Hannover 96, die Messegäste und Kamerateams aus aller Welt zeigen sich trotzdem beeindruckt von der Ballbeherrschung der verdrahteten und verkabelten Spieler.

Ebenfalls einen sportlichen Ansatz haben Studenten der Universität Osnabrück für ihr Forschungsprojekt gewählt. Die angehenden Informatiker stellen eine Spieleapplikation für Smartphones vor, bei der die reale Umgebung mittels Satellitennavigation in das Programm integriert wird. „Wir wollten die Technologie der Smartphones richtig nutzen“, erklären sie – also Kamera, GPS und Kompass. Herausgekommen ist ein Räuber-und-Gendarm-Spiel, bei dem zwei Personen oder Gruppen gegeneinander antreten und nach versteckten Schätzen suchen. Diese werden immer dann angezeigt, wenn die entsprechende GPS-Position des Schatzes im realen Sichtfeld der Smartphone-Kamera erscheint. Anfangs war das Programm nur als Anwendungsbeispiel gedacht, jetzt aber haben die Studenten Gefallen daran gefunden. Sie überlegen, noch ein bisschen Arbeit zu investieren und das Spiel in den kommenden Monaten zur Marktreife zu führen.

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