Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
CeBIT 2013 Dieter Kempf: IT-Branche schafft weiter Stellen
Nachrichten Wirtschaft Themen CeBIT 2013 Dieter Kempf: IT-Branche schafft weiter Stellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:27 04.03.2013
Von Stefan Winter
Foto: Dieter Kempf, Verbandspräsident der Bitkom, verkündete am Montag erfreuliche Neuigkeiten.
Dieter Kempf, Verbandspräsident der Bitkom, verkündete am Montag erfreuliche Neuigkeiten. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

In diesem Jahr dürften noch einmal rund 12 000 Stellen hinzukommen, sagte Verbandspräsident Dieter Kempf. Die Branche werde auch in diesem Jahr weiter wachsen – wahrscheinlich stärker als der Rest der deutschen Wirtschaft.
Der Bitkom erwartet einen Umsatzzuwachs von 1,4 Prozent auf 153 Milliarden Euro bei Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik insgesamt. Da in fast allen Bereichen die Preise sinken, steckt hinter der Umsatzzahl ein stärkeres Wachstum der Produkte. Die Impulse kämen nach wie vor aus den mobilen Anwendungen und den Cloud-Services, bei denen Speicherplatz und Rechnerkapazität im Internet genutzt werden.

Mit dem Motto „Shareconomy“ konzentriert sich die CeBIT zum dritten Mal auf diese Technologie und liegt damit nach Kempfs Überzeugung genau richtig. Das Teilen von Ressourcen werde die IT-Welt und viele Geschäftsmodelle grundlegend verändern, sagte CeBIT-Chef Frank Pörschmann. Kempf verwies auf die Bandbreite der Veränderung: Die Idee des Teilens reiche vom Carsharing, das erst dank moderner IT seinen Durchbruch erlebe, bis zum „Crowdfunding“, wo junge Unternehmen auf Internetplattformen Geld von vielen Kleinanlegern einsammeln.
Unternehmensgründer sind auf dieser CeBIT besonders stark vertreten, die insgesamt allerdings nun doch einen Ausstellerrückgang verbucht: 4079 Aussteller sind gekommen, 161 weniger als im vergangenen Jahr. Zwei Wochen vorm Start hatte Pörschmann ein konstantes Niveau vorausgesagt, aber auch von großer Unsicherheit der Aussteller wegen der Euro-Krise berichtet.

Geblieben ist das Thema des Fachkräftemangels in der Branche. Der Ingenieursverband VDI berichtet nach wie vor von mehr als 20 000 offenen Stellen für Informatiker. Es müsse mehr für die Nachwuchsförderung schon in den Schulen getan werden, sagte Kempf, der im Moment aber keine dramatische Lage sieht: Die Unternehmen müssten zwar etwas länger nach Personal suchen und hier und da Abstriche an ihren Erwartungen machen, aber letztlich würden sie fündig.

Kempf forderte auch Konsequenzen aus den hohen Abbrecherquoten in Informatik-Studiengängen. Offenbar gebe es hier auf beiden Seiten falsche Erwartungen. Manche Hochschule müsse sich fragen, ob sie etwas falsch mache, aber mancher Studienanfänger komme offenbar auch mit falschen Erwartungen. Immerhin steigt nach VDI-Angaben die Zahl der Absolventen: 2011 gab es demnach knapp 16 000 Erstabschlüsse in Informatik, gegenüber weniger als 6000 zehn Jahre zuvor. Gesucht werden nach einer VDI-Umfrage neben Software-Entwicklern inzwischen vor allem Fachleute für IT-Sicherheit. Das Thema ist im vergangenen Jahr deutlich nach vorn gerückt. Die Befragten erklärten es zum wichtigsten technischen Trend.

Frerk Schenker 05.03.2013