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CeBIT 2013 Mozilla will mit Handy-Software Apple und Google angreifen
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16:45 06.03.2013
Von Frerk Schenker
Foto: Andreas Gal, Forschungschef bei Mozilla, präsentiert das Firefox-Handy.
Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Es ist ein unscheinbares Smartphone, das Andreas Gal in seinen Händen hält. Flach, leicht, glänzendes Display, ziemlich gewöhnlich eben. Doch dem Gerät mit dem orangen Gehäuse könnte die Zukunft gehören - oder besser dem, was unter dem Gehäuse steckt. Gal ist Forschungschef bei Mozilla und damit verantwortlich für die neueste Entwicklung: dem mobilen Betriebssystem Firefox OS. Mit dem wollen die Mozilla-Entwickler eine Alternative zu Googles Android und Apples iOS etablieren. Ein Vorhaben, dass ganz dem gemeinnützigen Gedanken der Mozilla-Stiftung entspricht: Statt abgeschotteter Systeme bringt sie mit ihrer weltweiten Entwicklergemeinde Open-Source-Software auf den Markt - Programme, die für jedermann frei zugänglich sind. "Abgeschlossene Ökosysteme sind ein Gefängnis", sagt Gal mit Blick auf die hermetisch abgeriegelte Welt von iOS-Geräten.

Was mit Firefox bei den Webbroswern und mit Thunderbird bei den Mailprogrammen bereits von Erfolg gekrönt war, soll jetzt auch im mobilen Internet gelingen. Und dem, da ist sich Gal sicher, gehört die Zukunft. Denn mit Firefox OS schlagen die Mozilla-Entwickler einen Weg ein, der nativ Apps und auch den Internetbrowser überflüssig machen soll. Anders als bei nativen Apps, wie Nutzer sie von Android und iOS kennen, kommen bei Firefox OS sogenannte Web-Apps zum Einsatz. Diese Programme sind im Webstandard HTML 5 geschrieben und stellen Internet-Inhalte direkt auf dem Bildschirm dar.  Das Smartphone wird so selbst zur Plattform des Betriebssystem, die herkömmliche Umgebung des Internetbrowsers verschwindet.

Für knapp eine Woche wird Hannover wieder zu einem Zentrum der IT-Welt. Die CeBIT versammelt Unternehmen der Branche und Vertreter anderer Industrien.

Erste Apps gibt es bereits im Firefox Marketplace, darunter Anwendungen für populäre Dienste wie Twitter und Facebook. Bei Mozilla setzen sie darauf, dass die weltweite Entwicklergemeinde ähnlich kreativ sein wird wie beim Firefox-Browser, für den es unzählige Erweiterungen gibt. "Wir hoffen zudem auf lokale Anwendungen", sagt Gal. Programme, die von heimischen Entwicklern für heimische Nutzer geschrieben werden. Denn anders als zum Beispiel der App Store von Apple unterliegt der Firefox Maketplace keinen restriktive Regeln. Denn könne ein Entwickler in den USA überhaupt beurteilen, ob eine App aus afrikanischen oder südamerikanischen Ländern sinnvoll ist oder nicht? "Wir glauben nicht", sagt Gal.

Und genau dort wolle Mozilla künftig erfolgreich sein, weil sich viele Menschen die hochpreisigen Geräte mit Android und iOS nicht leisten könnten. "Schauen Sie nach Brasilien - dort haben 80 Prozent der Menschen noch kein Smartphone." Deshalb ist Firefox OS vergleichsweise schlank konzipiert, es läuft somit auch auf preisgünstigen Smartphones. Die ersten verfügbaren Firefox-Handys, das Alcatel One Touch Fire und das ZTE One, haben gerade einmal 256 Gigabyte Arbeitsspeicher und recht langsam getaktete Prozessoren. Sie sollen ab diesem Sommer auf den Markt verkauft werden: In Spanien und Lateinamerika durch Telefónica, in Polen ist die Deutsche Telekom der Partner von Mozilla. Wann das Firefox-Geräte nach Deutschland kommen soll, ist indes noch offen.

Für Google und Apple ist Firefox OS kein wirklicher Konkurrent - zumindest noch nicht. "Langfristig wollen wir aber in direkten Wettbewerb treten", sagt Gal. Und an dem nächsten Schritt arbeiten sie bei Mozilla bereits: Ein Tablet, das mit Firefox OS läuft.

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