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14:42 22.03.2011
Wolfram von Fritsch, Maurice Gourdault-Montagne und Wolfgang Wahlster (von links).
Wolfram von Fritsch, Maurice Gourdault-Montagne und Wolfgang Wahlster (von links). Quelle: dpa
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Die Hannover Messe will den Schwung der stabilen Konjunktur nutzen und die Geschäftskontakte unter den Ausstellern kräftig ankurbeln. Bei der weltgrößten Industrieschau zeigen vom 4. bis zum 8. April über 6500 Hightech-Anbieter aus 65 Ländern Neuheiten aus Maschinenbau, Robotik und Automation. Weitere Schwerpunkte sind „grüne“ Energietechnik sowie Antriebe für Elektroautos. Im Vergleich zur letzten großen Messe 2009 hätten sich mehr Teilnehmer angemeldet, teilte die Deutsche Messe AG am Dienstag in Hannover mit. Absagen aus Japan gebe es nach Jahrhundert-Beben und Tsunami bislang nicht.

Vorstandschef Wolfram von Fritsch sieht das Branchentreffen als einen Gradmesser des Aufschwungs: „Wir haben 400 Unternehmen, die zurückgekehrt sind. Es gibt einen länderübergreifenden Optimismus.“ Kernthema der 13 einzelnen Messen ist der sparsamere Einsatz von Energie in der industriellen Produktion. Eine zentrale Rolle werde außerdem die Erzeugung und Verteilung erneuerbarer Energien spielen, kündigte von Fritsch an. Zusammen mit den konventionellen Trägern decke dieser Schwerpunkt inzwischen ein Viertel des Programms ab. „Das wird ein immer größerer Bereich.“ Auch Energieriesen wie EnBW und Vattenfall seien als Aussteller nach Hannover zurückgekehrt.

Verschiedene Veranstaltungen befassen sich mit der Zukunft der Kernkraft im globalen Energiemix. Den Atom-GAU in Japan dürfe man nicht ausblenden, das Land werde sich aber erholen, schätzte der Messechef: „Die Industrienation Japan wird diesen Schlag verkraften.“

Quer durch alle Themenfelder soll die Hannover Messe dem Ausbau der erneuerbaren Energien weiteren Schub geben. Führende Anbieter aus der Wind-, Solar- und Bioenergie-Branche sind dabei. Im Bereich Elektromobilität präsentieren 300 Unternehmen Trends im Leichtbau sowie bei Antriebs- und Batterietechnologien. Der neue Programmpunkt „Metropolitan Solutions“ stellt Konzepte zu Versorgung, Verkehr und Gebäudetechnik in riesigen Ballungszentren vor. Diskutiert werden Beispiele etwa aus Singapur, London, Moskau, Dallas und Kuala Lumpur.

Chefplaner Oliver Frese erwartet mehr als 200.000 Besucher. Im Krisenjahr 2009 hatten bei einem ähnlichen Programm 6150 Aussteller teilgenommen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl auf rund 4800, die Messe war aber zugleich kleiner. Außerdem konnten viele Besucher nicht kommen, weil die Vulkan-Aschewolke aus Island den Flugverkehr über weiten Teilen Europas lahmgelegt hatte. Insgesamt wollen die Aussteller 5000 technische Innovationen vorstellen.

Partnerland der Hannover Messe 2011 ist Frankreich. Dessen Botschafter in Deutschland, Maurice Gourdault-Montagne, begreift die Ausstellung vor allem als Ideenbörse für die Entwicklung umweltschonender Technologien. „Wir leben in einer Zeit des technologischen Umbruchs. Daran haben uns die letzten Tage erinnert“, meinte der Diplomat mit Blick auf die japanische Reaktorkatastrophe. Die Messe wird am 3. April von Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Premier François Fillon eröffnet.

dpa

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