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VW/Porsche VW will sich Porsche schnell einverleiben
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14:44 04.12.2009
Von Stefan Winter
Bald soll auch das Porsche-Logo dabei sein: VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch vor den Aktionären. Quelle: ddp

Der VW-Konzern fährt unbeirrt seinen Kurs Richtung Porsche-Übernahme. Schon nächste Woche wolle der Konzern knapp die Hälfte der Porsche AG übernehmen, sagte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn am Donnerstag in einer außerordentlichen Hauptversammlung. Es wäre ein entscheidender Schritt zur vollständigen Fusion, die 2011 folgen soll.

Volkswagen beschloss eine milliardenschwere Kapitalerhöhung. Am Donnerstagabend stimmte die Hauptversammlung mit 99 Prozent der Stammaktionäre zu, innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu 135 Millionen neue, stimmrechtslose Vorzugsaktien auszugeben. Nach aktuellem Aktienkurs würde VW rund acht Milliarden Euro einnehmen. Die Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Porsche-Übernahme soll im ersten Halbjahr 2010 über die Bühne gehen.

Zugleich gab die Hauptversammlung grünes Licht für eine Änderung der VW-Satzung, die die starke Stellung des Landes Niedersachsen bei Volkswagen absichert. Das Land darf zwei Mitglieder in den Aufsichtsrat entsenden, solange es mindestens 15 Prozent der Stammaktien hält. Derzeit hält das Land 20 Prozent. Zudem gilt auch künftig bei wichtigen Entscheidungen in der Hauptversammlung eine Sperrminorität von 20 Prozent.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bewertete dies als wichtige Weichenstellung: „Das ist ein bedeutender Meilenstein für Niedersachsen, weil dieses in Europa strittige Thema in unserem Sinne – und damit im Sinne der Beschäftigten von Volkswagen – geklärt ist.“ Wulff unterstrich, dass mit dem Beschluss der Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung „ein weiterer Schritt auf dem Weg zum integrierten Automobilkonzern erreicht ist“.

Lange Fragenkataloge einzelner Aktionäre verzögerten in Hamburg die Abstimmung bis weit in den Abend hinein. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch appellierte gleich zum Start an die Disziplin: So werde man die Veranstaltung vielleicht in vernünftiger Zeit über die Bühne bringen. Es folgten dennoch Stunden fein ausgetüftelter Fragen und ebensolcher Antworten. VW-Chef Martin Winterkorn zählte noch einmal die Vorzüge der Porsche-Übernahme auf, mit der nicht zuletzt der jahrelange Machtkampf zwischen beiden Unternehmen beendet wird. Zahlreiche Kleinaktionäre übten danach dennoch harte Kritik vor allem an den Begleitumständen, die von Interessenkonflikten und Kungeleien der Großaktionäre geprägt seien. Der Preis für Porsche sei nicht nachzuvollziehen, und vieles sei längst zulasten der Kleinaktionäre festgezurrt, lautete der Tenor. Letztlich sollten die VW-Aktionäre den Porsche-Eignern aus der selbst verschuldeten Misere helfen. Winterkorn hielt dagegen: Mit Porsche könne VW ein „einzigartiger“ Konzern werden.

Der norwegische Pensionsfonds übt als erster größerer Investor heftige Kritik an der im Juli vereinbarten Fusion von Volkswagen und Porsche.

Stefan Winter 04.12.2009

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