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Wirtschaft Zermürbende Unsicherheit
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20:29 26.09.2018
Die Nord/LB rechnet mit roten Zahlen.
Die Nord/LB rechnet mit roten Zahlen. Quelle: Caroline Seidel/dpa
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Hannover

Dass die Nord/LB ihre Eigentümer und Investoren auf einen voraussichtlichen Verlust einstimmt, gibt zu denken. Dabei mag eine Rolle spielen, dass sie vor einem möglichen Einstieg neuer Anteilseigner reinen Tisch machen und anstehende Belastungen noch in diesem Jahr in den Büchern berücksichtigen wollte. Doch schon das Halbjahresergebnis der Nord/LB war schwach – und der Hinweis auf ein „herausforderndes Marktumfeld“ deutet darauf hin, dass der Weg zu besseren Geschäftsergebnissen steiniger ist als angenommen.

Auch wenn man sich nur wundern kann, wie das Institut derart hohe Risiken bei Schiffskrediten auftürmen konnte – ändern kann man es nicht mehr. Für die Beschäftigten ist die Lage zermürbend. Zum Glück sieht es bisher so aus, dass die Nord/LB ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommt. Dennoch ist der Unmut der Belegschaft verständlich. Sie kann nur rätseln, inwieweit die Kapitalausstattung durch zusätzliches Geld des Landes, den Einstieg anderer Landesbanken oder eine Teilprivatisierung verbessert werden soll. Es wird Zeit, dass diese Unsicherheit ein Ende hat.

Es könnte allerdings sein, dass der Druck noch zunehmen wird. Private Investoren haben klare Renditeerwartungen und würden vermutlich auf noch mehr Effizienz dringen. Ein Zusammenschluss mit einer anderen Landesbank hätte den Vorteil, dass der öffentlich-rechtliche Verbund erhalten bliebe – doch wer hätte dann künftig das Sagen? Es wäre deshalb hilfreich für die Mitarbeiter, wenn Niedersachsen die Mehrheit bei der Nord/LB behielte.

Von Dirk Stelzl

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