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Nachrichtenticker Hirnströme belegen: Große Buchstaben, große Wirkung
Nachrichten Wissen Nachrichtenticker Hirnströme belegen: Große Buchstaben, große Wirkung
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15:27 09.05.2012
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Berlin

Bislang ging man davon aus, dass vor allem bei emotionalen Gesichtsausdrücken oder Bildern, die Angst, Ekel oder Sexualität ansprechen, die gefühlsmäßige Wirkung durch Größe gesteigert werden kann. Die Studie ist im Fachmagazin "PLoS" veröffentlicht, beteiligt war neben der HU Berlin auch die Georg-August-Universität Göttingen.

"Größe allein erzielt bereits höhere Aufmerksamkeit. Aber wir konnten feststellen, dass dieser Größeneffekt durch die Emotion noch weiter verstärkt wird", beschreibt Forscherin Bayer. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die emotionalen Begriffe positiv oder negativ waren. Das Team dokumentierte den Effekt mit EEG-Aufzeichnungen bei 25 Probanden, denen sie 72 Nomen in verschiedenen Buchstabengrößen vorlegten. Je ein Drittel der Wörter waren von positiver, negativer oder aber neutraler Bedeutung; sie wurden den Probanden in zwei verschiedenen Größen präsentiert.

"Im Vergleich zu den kleingeschriebenen emotionalen Wörtern setzte bei den großgeschriebenen der Emotionseffekt früher ein und dauerte auch länger an", sagte Bayer. "Wir können aber nicht sagen, auf welchem Mechanismus dieser Effekt beruht." Denkbar sei, dass die Sprache, obwohl sie erst entziffert und übersetzt werden müsse, heutzutage eine wichtige Quelle für emotionale Bedeutung sei. Ein Effekt, den sich Zeitungen mit fetten Schlagzeilen ebenso wie die Werbebranche schon lange zunutze machen - und der Verliebte möglicherweise vom Liebesbekenntnis via SMS abhalten sollte.

dpa