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Wissen 1200 neue Arten im Amazonas-Gebiet entdeckt
Nachrichten Wissen 1200 neue Arten im Amazonas-Gebiet entdeckt
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11:37 26.10.2010
Auch diesen grünen Frosch mit dem Namen Hypsiboas liliae male haben Forscher neu entdeckt. Quelle: dpa
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Im südamerikanischen Amazonas-Gebiet sind mehr als 1.200 neue Wirbeltier- und Pflanzenarten entdeckt worden. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Berichts der Naturschutzorganisation WWF, der am Dienstag auf der Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya vorgestellt werden sollte. Der Bericht fasst Forschungsergebnisse aus zehn Jahren zusammen. Danach wurden im Zeitraum von 1999 bis 2009 insgesamt 637 neue Pflanzen, 257 Fische, 216 Amphibien, 55 Reptilien, 16 Vögel und 39 Säugetiere entdeckt.

„Das entspricht im Schnitt einer neu entdeckten Art alle drei Tage“, sagte der Amazonas-Experte beim WWF Deutschland, Roberto Maldonado. „Das ist einerseits faszinierend, weil es zeigt, wie viel unerforschtes Leben im Amazonas vorhanden ist, andererseits aber auch alarmierend, weil viele weitere unentdeckte Arten auszusterben drohen, bevor sie entdeckt werden.“ Zu den neu entdeckten Arten gehören unter anderen ein ungewöhnlich gefärbter Frosch mit flammenfarbenem Kopf, eine neue Flussdelphinart, die erste neu beschriebene Anaconda-Art seit 1936 und ein glatzköpfiger, bunter Papagei.

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Das Amazonas-Gebiet ist nach WWF-Angaben das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde. In den vergangenen 50 Jahren wurden rund 17 Prozent seiner Fläche zerstört. Hauptgründe für die Zerstörung sei die globale Nachfrage nach Fleisch, Soja und Biokraftstoff, hieß es. Etwa 80 Prozent der im Amazonas gerodeten Waldflächen würden für die Rinderzucht genutzt. „Das Schicksal der Arten hängt davon ab, ob die Länder des Amazonas gemeinsam ihre Schutzanstrengungen verstärken“, sagte Maldonado. Die Unterstützung der großen Industrienationen sei dabei unerlässlich.

dapd