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Wissen 38.000 Hannoveraner haben Probleme beim Schlafen
Nachrichten Wissen 38.000 Hannoveraner haben Probleme beim Schlafen
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08:19 05.05.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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Das ist das Ergebnis des Gesundheitsreports 2010, den die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) Niedersachsen am Dienstag vorgestellt hat. Für die Studie zum Thema Schlafstörungen waren 3000 Niedersachsen befragt worden. Fast jeder Zweite gab an, davon betroffen zu sein (20,6 Prozent häufig, 23,6 Prozent manchmal). Doch nur bei etwa drei von 100 DAK-Versicherten wurde eine Schlafstörung von einem Arzt diagnostiziert. Obgleich die Zahl der Betroffenen von 2005 bis 2009 in Niedersachsen um mehr als 50 Prozent gestiegen ist (bundesweit um 61 Prozent), wurden dadurch kaum Fehltage im Beruf verursacht: Die meisten gingen trotz Übermüdung zur Arbeit.

Als Schlafkiller Nummer eins nannten 40 Prozent der Befragten Stress und Belastungen, darunter auch Konflikte im Job, die sich mit der Wirtschaftskrise weiter verstärkt haben. Jeder Vierte grübelt über Ängste und Sorgen, jeden Fünften plagen Schichtarbeit und Arbeitszeiten nach 20 Uhr. Als weitere Ursachen wurden Schmerzen und Lärm genannt. „Schlafstörungen sollten aber ernst genommen werden“, sagte Claus Jacobi, Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie von der Paracelsus Roswitha-Klinik in Bad Gandersheim. Chronisch schlechter Schlaf verkürze die Lebensdauer und erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen. Übermüdete leisteten weniger und verursachten mehr Unfälle im Beruf. Jacobi rät Betroffenen, sich medizinisch behandeln zu lassen, sowie zu vorbeugenden Maßnahmen wie einer besseren Schlafhygiene. Dazu zählten Entspannungsübungen und die Einschränkung des TV- und Computerkonsums vor dem Zubettgehen.

Den Erhebungen der DAK zufolge ist der Krankenstand in Niedersachsen im Jahr 2009 um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gestiegen und liegt damit im Bundestrend. 2006 hatte der Krankenstand in Niedersachsen noch bei 2,9 Prozent gelegen. Einen überproportionalen Anstieg mit einem Plus von 26 Prozent gab es 2009 bei den Atemwegserkrankungen. Deutlich gestiegen sind mit sieben Prozent auch die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen, die mittlerweile 10,6 Prozent aller Krankschreibungen ausmachen. „Die moderne Arbeitswelt ist immer stärker mit chronischem Stress verbunden, der einen ernsthaften Risikofaktor darstellt“, sagte DAK-Landeschefin Regina Schulz.

Veronika Thomas