Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Alexander von Humboldt: Der Uropa von Fridays for Future
Nachrichten Wissen

Alexander von Humboldt: Der Uropa von Fridays for Future

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:03 14.09.2019
Auswirkungen der Klimakrise: Vom Zyklon jIdai“ zerstörte Hütten in Mosambik. Quelle: Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa

Er wusste es schon vor zwei Jahrhunderten: „Alles ist Wechselwirkung.“ Alexander von Humboldt hat damit alles gesagt. Er erkannte die globale Dimension unseres Ökosystems und warnte als Erster vor einem vom Menschen verursachten Klimawandel.

Was ist passiert in diesen zwei Jahrhunderten? Die Menschheit hat industriealisiert und Raubbau betrieben, blind für die Folgen, die heute die Erde und ihre Bewohner bedrohen. Heute ist es schlimmer denn je: Wir pumpen Abgase von Erdöl, Kohle, Verkehr in die Luft, als gäbe es kein Morgen. Wir holzen und brennen die Wälder ab, um darauf Soja für die Massentierhaltung anzubauen und mit Giftstoffen zu besprühen.

Das alles hat Wechselwirkungen. Die Treibhausgase führen zur Erderwärmung, diese wiederum zu Wirbelstürmen und Dürren, die Eisberge schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor den Naturkatastrophen, die auf die Erderwärmung zurückzuführen sind.

Lesen Sie auch: Studie: Millionen Menschen flüchten vor Naturkatastrophen

In der Massentierhaltung werden Kühe und Schweine für die Herstellung von Billigfleisch regelrecht mit Antibiotika gemästet. Das führt zu Resistenzen und lässt gefährliche Keime entstehen, die das Leben der Patienten in den Krankenhäusern bedrohen.

Der Klimawandel, das Artensterben, die Killerkeime sind globale Bedrohungen dieses Jahrhunderts. Wir haben unseren Planeten verheerend zugerichtet. Alexander von Humboldt würde sich im Grab umdrehen. Vielleicht tut er es.

Mehr lesen: Deshalb ist Humboldt so aktuell

Nun gut, unser Planet wird sich schütteln – und in einigen Millionen Jahren der Evolution vielleicht wieder grün und lebhaft sein. Für unsere Enkel und Urenkel gilt dies nicht. Schon 2050, das legen internationale Studien nah, könnten die Konsequenzen für alle Erdbewohner katastrophale Ausmaße annehmen. Passiert nichts, steht die Auslöschung unserer Art bevor. Dies als apokalyptischen Unsinn abzutun wäre Unfug. In Indonesien und anderswo sind schon ganze Inseln und Städte in den Fluten versunken. Hierzulande reicht ein Blick auf die extremen Wetterlagen.

Es mag Zufall sein: Während dieses Wochenende landauf, landab Feiern zum Humboldt-Jubiläum stattfinden, rüstet sich der Protest im Sinne des bekannten Naturschützers. Eine Woche später, am 20. September, formiert sich die Fridays-for-Future-Bewegung zum globalen Klimastreik. Für die Zukunft des Planeten wäre es wichtig, dass sich daraus Erfolge ergeben. Das wäre eine gelungene Wechselwirkung.

Lesen Sie auch: Multiresistente Keime: Die Killer aus dem Krankenhaus

Von Sonja Fröhlich/RND

„Alles ist Wechselwirkung“, schrieb Alexander von Humboldt einmal. Mit fast manischer Besessenheit sammelte er Daten zu einzelnen Phänomenen – verlor dabei aber nie übergeordnete Zusammenhänge aus dem Auge. Wissenschaftler forschen auf seinen Grundlagen und Visionen.

13.09.2019

Städte, Pinguine, Naturparks, selbst ein Asteroid ist nach dem berühmten Naturforscher Alexander von Humboldt benannt. Ein Überblick.

14.09.2019
Wissen Alexander von Humboldt - Darum ist Humboldt so aktuell

Er würde uns Menschen im 21. Jahrhundert helfen: Vor 250 Jahren wurde Alexander von Humboldt geboren. Der reisende Naturforscher lässt sich genauso als ökologische wie als kosmopolitische Leitfigur lesen.

13.09.2019