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Nachrichten Wissen Als Erwachsener zum Abitur: Diese Wege gibt es
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11:51 06.05.2019
Ob in einem echten Klassenraum oder mithilfe eines Fernlerninstituts – es gibt viele Wege, das Abitur nachzuholen. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
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Potsdam

Es ist nie zu spät – auch im Erwachsenenalter können Interessierte noch einmal die Schulbank drücken und ihr Abitur nachholen. Damit verbessern sie nicht nur ihre beruflichen Möglichkeiten: „Sich hinzusetzen und auf einen höheren Schulabschluss hinzuarbeiten, kann allgemein einen Perspektivwechsel mit sich bringen und zur Persönlichkeitsentfaltung beitragen“, sagt Angela Hoffmann, Schulleiterin und Vorsitzende des Bundesrings der Abendgymnasien Deutschlands.

Arbeiten und dann zur Schule: Das Abendgymnasium

Wer das Abi nachträglich erwerben möchte, muss vor allem eins: Zeit investieren. Außerdem sind Motivation und Selbstdisziplin unerlässlich. Einer der anstrengendsten Wege zum Abitur und damit zur Allgemeinen Hochschulreife ist der über das Abendgymnasium. Tagsüber gehen die Schüler ihrem Beruf nach und für drei Jahre abends zur Schule.

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Dabei sieht der Stundenplan 20 Stunden pro Woche vor. Das heißt, von Montag bis Freitag gibt es im Durchschnitt vier Stunden Unterricht pro Tag. „Danach und auch am Wochenende stehen noch Hausaufgaben und die Vorbereitung auf Klausuren an“, erklärt Andrea Schwermer von der Kultusministerkonferenz in Berlin.

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Ganztagsschule für Erwachsene: Das Kolleg

Neben dem Abendgymnasium gibt es für Erwachsene die Option, an einem Kolleg fürs Abitur zu büffeln. Dort erfolgt der Unterricht tagsüber – drei Jahre lang mit 30 Stunden pro Woche.

Lerninhalte via Internet zugeschickt bekommen

Das Abitur kann auch ortsunabhängig über ein Fernlerninstitut nachträglich erworben werden. Der jeweilige Anbieter schickt dann die Lerninhalte beispielsweise per Mail, Video oder per Post zu. An einigen – aber nicht an allen – Volkshochschulen (VHS) gibt es ebenfalls die Option, sich auf die Abiturprüfung vorzubereiten. Entsprechende Kurse finden dann am Abend oder Wochenende statt. Die Abi-Prüfung an sich wird aber in aller Regel nicht an der VHS oder am Fernlerninstitut selbst, sondern vor externen Prüfern abgelegt.

Auf den bisherigen Abschluss aufbauen

Nicht zuletzt gibt es die Berufsoberschule (BOS). Darauf weist Schwermer hin. Sie baut in einigen Bundesländern auf die Mittlere Reife oder die Fachhochschulreife und eine abgeschlossene Berufsausbildung auf und führt zur Fachhochschulreife oder zur Allgemeinen Hochschulreife. Die Ausbildung dauert ein bis zwei Jahre.

Voraussetzung: Ein Mindestalter von 19 Jahren

Wer ein Abendgymnasium oder ein Kolleg besuchen will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „In aller Regel wird ein Mindestalter von 19 Jahren vorausgesetzt“, sagt Hoffmann. Außerdem müssen Bewerber die Mittlere Reife und eine abgeschlossene Ausbildung oder eine zwei- bis dreijährige Berufstätigkeit nachweisen.

Je nach Art des vorherigen Schulabschlusses und der Kenntnisse – bei manchen Einrichtungen müssen Tests abgelegt werden, um den Wissensstand einschätzen zu können – muss der frischgebackene Schüler noch einen Vorkurs belegen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn nur eine Fremdsprache vorgewiesen werden kann. Die Schulzeit verlängert sich dann um ein bis zwei Semester.

Über die passende Schulform informieren

Egal, welcher Weg infrage kommt: In jedem Fall sollten Interessenten im Vorfeld ihre Ressourcen und ihr Durchhaltevermögen realistisch einschätzen. Sonst sind Scheitern und damit Frust vorprogrammiert. Freizeit und Erholung stehen über einen längeren Zeitraum weit hinten auf der Prioritätenliste. „Vor allem, wenn man ein Abendgymnasium besucht, muss man eigene Methoden und Arbeitstechniken entwickeln, um Beruf, Schule und Privatleben unter einen Hut zu bekommen“, erklärt Hoffmann.

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Auch über die Kosten-Frage sollten sich Interessenten im Vorfeld gut informieren. Der Unterricht an Abendgymnasien, Kollegs und Berufsoberschulen in öffentlicher Trägerschaft ist zwar gebührenfrei – bei privaten Schulen und Fernlerninstituten hingegen fallen je nach Anbieter unterschiedlich hohe Kosten an. In diesem Fall kann es unter bestimmten Voraussetzungen Bafög oder ein Schülerstipendium geben. Der Plan, das Abitur nachzuholen, muss also nicht an den Kosten scheitern.

Von RND/dpa/jo

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