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Wissen Archäologen finden 7200 Jahre altes Bauernhaus
Nachrichten Wissen Archäologen finden 7200 Jahre altes Bauernhaus
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09:33 02.09.2010
Archäologen haben das älteste Bauernhaus links des Rheins gefunden. Quelle: dpa
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Mit den Resten des Bauernhofs aus der Jungsteinzeit legten die Experten eine ganze Großsiedlung frei und einen der deutschlandweit größten Friedhöfe aus dieser Zeit.

Das sei ein Fund der Extraklasse, stellte das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege fest. Bisher habe die Wissenschaft angenommen, dass die ersten sesshaften Bauern vom Osten nur bis zum Rhein gekommen seien. Das am Computer rekonstruierte Bauernhaus erinnert an eine Scheune: Bis zu acht Meter hoch und 35 Meter lang, an einem Ende schließt das Haus mit einem schmalen Rechteck ab. „Es hatte 120 bis 140 Quadratmeter Grundfläche“, sagte Archäologe Erwin Cziesla. Er geht davon aus, dass bis zu acht Menschen in dem Haus aus Eichenholz gewohnt haben - wahrscheinlich viele Kinder.

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Von diesem Haus ausgehend, hätten sich immer mehr Menschen angesiedelt. 35 Häuser aus der Jungsteinzeit sind freigelegt. „Wahrscheinlich stecken aber noch 40 bis 50 Häuser im Acker“, vermutet Cziesla.

Aus Sicht der Experten ungewöhnlich: Die ersten sesshaften Siedler legten gleich neben dem Dorf einen Friedhof an. Mit kleinstem Werkzeug wie Löffelchen und Pinselchen legten die Archäologen fast 110 Skelette frei. Die wurden zwar über die Jahrtausende im Boden zersetzt, sind aber immer noch erkennbar: Viele Kinder, ein Jugendlicher, Erwachsene mit Grabbeigaben wie Beil, Reib- oder Malstein, ein Erwachsener mit einem Neugeborenen.

dpa