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Wissen Artenschutzkonferenz lehnt Handelsverbot für Eisbären ab
Nachrichten Wissen Artenschutzkonferenz lehnt Handelsverbot für Eisbären ab
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10:18 18.03.2010
Quelle: dpa
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Der Eisbär hat es nicht leicht. Nicht nur der Klimawandel, sondern auch Großwildjäger und Pelzhändler werden dem pelzigen Polarbewohner in den nächsten Jahren weiter zusetzen. Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES lehnten es am Donnerstag bei einer Konferenz in Katar ab, den internationalen Handel mit Eisbären, Fellen und anderen Jagdtrophäen zu verbieten. Der Antrag, den die USA gestellt hatten, scheiterte vor allem am Widerstand der Europäer sowie Kanada und Grönland.

Die EU-Staaten stimmten geschlossen gegen den Antrag. Ihre Ablehnung begründeten sie damit, dass der Eisbär schon jetzt genug geschützt sei, weil der Handel nur mit Einschränkungen erlaubt ist. Außerdem sei es zwar richtig, dass der Lebensraum der großen Bären schrumpft. „Das Eis schmilzt aber nicht so schnell, als dass dies die Eisbärenpopulation gefährdet“, hieß es aus der EU-Delegation.

Die Tierschützer, die sich für den Antrag ausgesprochen hatten, sehen das ganz anders. Sie sprachen von einem „schwarzen Tag für den Eisbären“. Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife sagte: „Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet. Jedes zusätzlich abgeschossene Tier bedeutet einen unverantwortlichen Blutzoll.“ Der Internationale Tierschutzfonds IFAW erklärte: „Die Vertragsstaaten hatten die Gelegenheit, etwas zu tun, um im kommenden Jahrzehnt mehr als 3000 Eisbären vor dem kommerziellen Handel zu bewahren, doch sie haben ihnen den Rücken zugekehrt. In den nächsten Jahren wird man mit großer Scham an diesen Tag zurückdenken.“

Weltweit gibt es etwa 25 000 Eisbären. In den USA ist die Jagd auf den Polarbären (Ursus maritimus) generell verboten. In Grönland und Kanada ist die Eisbärjagd in einigen Regionen erlaubt.

Bei der CITES-Konferenz in Katar wird in den nächsten Tagen außerdem darüber abgestimmt, ob der Handel mit den schmackhaften Blauflossenthunfischen vorübergehend verboten werden soll, was vor allem die Sushi-Nation Japan verhindern will. Außerdem geht es um Schutzmaßnahmen für den iranischen Zagros-Molch und mehrere Haiarten.

dpa/ap