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Wissen Artenvielfalt nimmt durch Pestizide ab
Nachrichten Wissen Artenvielfalt nimmt durch Pestizide ab
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09:32 12.02.2010
Quelle: dpa
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Während auf einem ökologisch bearbeiteten Feld rund 1000 verschiedene Organismenarten vorkommen, seien es auf einem mit Spritzmittel behandelten Acker nur noch rund halb so viele, sagte Professor Teja Tscharntke von der Universität Göttingen. Der Agrarökologe hat an der Untersuchung in acht west- und osteuropäischen Ländern teilgenommen.

Für die Studie seien 150 Weizenfelder in Deutschland, den Niederlanden, Schweden, Irland, Spanien, Polen, Estland und Frankreich untersucht worden, sagte Tscharntke. Diese Äcker befänden sich in den unterschiedlichsten Regionen, seien verschieden groß und auf verschiedene Weise bestellt worden. Ziel der Untersuchung sei es gewesen, die Wirkung einzelner Faktoren auf die Vielfalt von Pflanzen und Tieren, vor allem auf Käfer und bodenbrütende Ackervögel festzustellen.

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Die Wissenschaftler haben zum Beispiel die spezielle Lage der Felder, den Charakter der Landschaft, die Bodenbeschaffenheit, die Nähe zu anderen Biotopen und besonders die Art des Landbaus und des damit verbundenen Einsatzes verschiedener Geräte und Substanzen bewertet. Das Resultat sei eindeutig, sagte Prof. Tscharntke: Der Hauptgrund für die Verringerung der Tier- und Pflanzenvielfalt seien Spritzmittel, wie Insektizide oder Fungizide.

Die organische Bewirtschaftung auch einzelner Äcker ohne Pestizide wirke sich dagegen positiv auf die Vielfalt der Pflanzen und Laufkäfer aus. Brutvögel dagegen profitierten kaum. Denn ebenso wie viele Säugetiere, Tag-Schmetterlinge oder Bienen bewohnten sie größere Landschaftsbereiche. Sie seien deshalb auch negativ betroffen, wenn in der Nachbarschaft organisch bewirtschafteter Felder Pestizide eingesetzt werden. Tscharntkes Schlussfolgerung: „Wer Artenvielfalt will, muss auf den Einsatz von Spritzmitteln weitestgehend verzichten“.

dpa