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Wissen Arthrose: Das sollten Sie bei Gelenkschmerzen beachten
Nachrichten Wissen Arthrose: Das sollten Sie bei Gelenkschmerzen beachten
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06:01 16.03.2019
Bei starken Gelenkschmerzen leidet auf Dauer auch die Lebensqualität. Quelle: ©underdogstudios - stock.adobe.com
Hannover

Arthrose gilt als häufigste Gelenkerkrankung bei Erwachsenen weltweit. Der Deutschen Arthrose-Hilfe zufolge leiden in Deutschland etwa fünf Millionen Frauen und Männer an dadurch verursachten Beschwerden – mit steigender Tendenz. Im Interview beantwortet Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Gelenkerkrankung.

Dr. Johannes Schenkel ist ärztlicher Leiter der unabhängigen Patientenberatung Deutschland Quelle: DAVID_AUSSERHOFERDAVID_AUSSERHOFER

Wann sollten Patienten über einen Gelenkersatz für Knie oder Hüfte nachdenken?

Ein Ersatz kommt für Patienten in Frage, die seit Monaten starke Schmerzen haben und deren Lebensqualität deutlich darunter leidet. Eine Röntgenaufnahme sollte bestätigt haben, dass eine Arthrose, also ein krankhafter Gelenkverschleiß, der Grund für diese Schmerzen ist. Außerdem sollte man zuvor alle konservativen Behandlungsverfahren ausgeschöpft haben.

Wie sieht eine konservative Behandlung bei Gelenkbeschwerden aus?

Die Beschwerden lindern kann eine Bewegungstherapie mit Kräftigungs- und Dehnungsübungen, die man am besten unter Anleitung lernt. Sanfte Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen können helfen, den Körper zu stärken und die Gelenke zu entlasten. Bei Knieproblemen kann auch eine leichte Gewichtsreduktion helfen, die aber gerade älteren Patienten meist schwerfällt. Wirksam ist auch die Therapie mit Schmerzmitteln – die oft noch stärker ausgeschöpft werden könnte.

Gibt es auch alternative Heilverfahren bei Arthrose?

Auf dem Markt gibt es eine ganze Palette – von Nahrungsergänzungsmitteln mit Glucosaminen über Teufelskrallenextrakt bis zur Homöopathie. Wissenschaftlich betrachtet bringt das alles nichts, außer demjenigen, der es verkauft. Das gilt auch für Behandlungen mit Mikrowellen oder gar Blutegeln, die ebenfalls angeboten werden.

Viele Ärzte bieten als Selbstzahlerleistung die Behandlung von Gelenken mit Hyaluronsäure oder Cortison an.

Hyaluronsäure ins Gelenk einzuspritzen ist wissenschaftlich ebenfalls sehr umstritten und kaum besser wirksam als eine Behandlung mit Kochsalzlösung. Bei Cortison kann das sogar schädlich sein und unangenehme Nebenwirkungen haben.

Angenommen, dass nichts anderes mehr hilft – welche Risiken birgt eine Operation?

Es gibt sicher viele Patienten, die von einer Gelenkprothese profitieren, etwa 90 Prozent geht es nach dem Eingriff deutlich besser. Andererseits gibt es keine Erfolgsgarantie: Bei etwa 10 Prozent hilft der Eingriff nicht, manchen geht es danach sogar schlechter. Dazu kommen die üblichen Risiken einer großen Operation durch die Narkose, mögliche Blutungen oder Infektionen.

Wie lange dauert es, bis ich danach wieder in Form bin?

Das ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Nach etwa einer Woche Krankenhaus schließt sich der Aufenthalt in einer Rehaklinik von meist mehreren Wochen an. Später kann man Rehamaßnahmen auch von zu Hause aus fortführen.

Immer wieder hört man von fehlerhaften Prothesen, weil es an Qualitätskontrollen mangelt ...

Man kann in diesem Bereich sehr leicht etwas Neues auf den Markt bringen, ohne dass es langfristig getestet wurde. Ich empfehle Patienten daher, vorab bei ihrem Arzt nachzufragen, welche Erfahrungswerte und Langzeitstudien es zu einer Prothese gibt. Es muss nicht immer das neueste Modell sein, sondern am besten eines, das schon länger erfolgreich erprobt ist.

Angeblich wird bei Knie- oder Hüftproblemen zu oft operiert. Wie kann ich mich als Patient davor schützen, zu schnell unter das Messer gelegt zu werden?

Internationale Studien deuten tatsächlich darauf hin, dass zu häufig Prothesen eingesetzt werden. Wir empfehlen Patienten, die unsicher sind, einen zweiten Arzt aufzusuchen.

Von RND / Irene Habich

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