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Wissen Meditation: Welche positiven Auswirkungen sie auf den Körper hat
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Auf der Coach: Meditation: Welche positiven Auswirkungen es hat

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07:00 14.07.2019
Perfekte Meditation: Yoga umfasst geistige und körperliche Übungen. Quelle: lograstudio/pixabay.com
Hannover

Dass Meditation Einfluss auf unsere Gesundheit und Langlebigkeit auf Zellebene hat, ist erst in jüngster Zeit das Ergebnis der Forschung. Eine der führenden Forscherinnen auf diesem Gebiet ist die Molekularbiologin Elizabeth Blackburn. 2009 erhielt sie den Nobelpreis für Medizin für ihre Ergebnisse aus der Telomerforschung. Telomere sind die Enden der Chromosomen, sozusagen ihre Schutzkappen. Man kann sie sich vorstellen wie die Plastikenden von Schuhbändern, die vor dem Ausfransen schützen.

Lebensstil hat Einfluss auf die Telomere

Mit jeder Zellteilung werden die Telomere ein Stück kürzer, bis sie eine Länge erreichen, mit der sich eine Zelle nicht mehr teilen und neues Gewebe bilden kann. Dann vergreist die Zelle oder stirbt ab. Je kürzer die Telomere werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die DNS, also das Biomolekül, das die Erbinformation der Lebewesen in sich trägt, Schaden nimmt. Dies ist unter anderem ein Grund, warum wir krank werden und irgendwann sterben.

Hütet man also die Telomere, kann sich die Lebenszeit von Zellen verlängern. Mit der Verkürzung der Telomere reduziert sich der Schutz unseres Erbgutes und wir bekommen faltige Haut, graue Haare und typische Alterskrankheiten wie Arthritis, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und mehr. Zusammen mit der Gesundheitspsychologin Elissa Epel hat Elizabeth Blackburn jüngst das Buch „Die Entschlüsselung des Alterns – Der Telomer-Effekt“ verfasst. Sie stellen in dem Buch eine völlig neue Sichtweise auf unsere Gesundheit auf zellulärer Ebene vor. Sie erläutern, wie wir durch unseren Lebensstil Einfluss auf die Länge der Telomere haben und damit auf die Art, wie wir altern.

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Meditation beeinflusst Zellalterung positiv

Bekannt ist, dass regelmäßiges Meditieren unseren Organismus vor Stresserkrankungen bewahrt. Von daher ist die Frage naheliegend, ob Meditation auch Einfluss auf die Telomerverkürzung hat. Beeindruckende Antworten liefern dafür die Forscher des sogenannten Shamatha-Projekts. Sie konnten zeigen, dass Meditation die Zellalterung und Zellbiologie im positiven Sinne beeinflussen kann. Es wäre allerdings absurd anzunehmen, dass wir durch Meditation unsterblich würden, aber man kann damit offensichtlich der Beschleunigung des natürlichen Alterungsprozesses entgegenwirken – wir können das Einsetzen altersbedingter Krankheiten verzögern und unsere gesunde Lebenszeit verlängern.

Sport, gesunde Ernährung und Meditation – die perfekte Kombination

Dass auch die Wahl unserer Lebensmittel und Bewegung unsere Gesundheit günstig beeinflussen, ist offensichtlich. Dean Ornish, einer der führenden Ernährungstherapeuten in den USA, hat gemeinsam mit Elizabeth Blackburn in Studien nachweisen können, dass es auch einen positiven Zusammenhang zu unserer Zellbiologie gibt. Die Auswirkung von Meditation ist insofern fundamental, als dass man dadurch nicht nur dem Stress entgegenwirkt, sondern das Bewusstsein schärft und eher wahrnimmt, was einem guttut: Ob man Sport treibt, sich gesund ernährt und was gute Strategien sind, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen – zu unserem Wohlergehen und damit dem Gedeihen unserer Telomere.

Wie Sie mit Meditation fitter und konzentrierter arbeiten können, lesen Sie hier.

Alltagsstress: Pausen einlegen und Atmung beachten

Jon Kabat-Zinn, der Pionier der Stressbewältigung durch Achtsamkeit, empfiehlt dazu, neben der Praxis der formalen Meditation immer wieder mal unser geschäftiges Treiben zu unterbrechen und eine kurze Bewusstseinsübung mit der Dauer von zwei oder drei Minuten einzuschieben: Wir richten dazu unsere Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass wir atmen. Wir beobachten den Atem, ohne ihn verändern zu wollen, nicht tiefer, nicht flacher. Wie ist der Atem, jetzt in diesem Moment?

Dann richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unseren Körper, wie er da ist, ohne ihn verändern zu wollen. Wie fühlt er sich an, jetzt in diesem Moment?

Wir richten nun unsere Aufmerksamkeit auf unseren Geist, wie er im Moment ist, ohne ihn verändern zu wollen. Es gibt kein falsch und kein richtig. Wie fühlt er sich an, jetzt in diesem Moment? Fühlt er sich unruhig an oder ruhig? Fühlt er sich energisch an oder erschöpft?

Abschließend richten wir unsere Aufmerksamkeit wieder auf den Atem, lassen die Gedanken los, kommen zurück in das Leben und nehmen unsere Tätigkeiten wieder auf.

Der Autor ist zu erreichen unter: www.achtsamkeit-und-co.de

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Von Helmut Nowak/RND

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