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Wissen Sex mit 14 bleibt die Ausnahme
Nachrichten Wissen Sex mit 14 bleibt die Ausnahme
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12:30 12.11.2015
Verhütung ist jungen Menschen zunehmend wichtiger. Quelle: Jörg Lange/dpa
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Berlin

Die Bundeszentrale bewertete das Verhütungsverhalten der 14- bis 17-Jährigen als "ausgesprochen umsichtig". Mehr als 90 Prozent der sexuell aktiven jungen Menschen sprechen laut der Studie mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner über Verhütung. Zudem denken sie öfter an Schutz als frühere Generationen.

Während unter den deutschen Jugendlichen im Jahr 1980 noch 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen beim "ersten Mal" nicht verhüteten, sind es heute nur sechs und acht Prozent. Auch bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund gibt es eine ähnliche Entwicklung. Allerdings liegen nur Zahlen für einen Vergleich in den vergangenen zehn Jahren vor. Bei Jungen mit ausländischen Wurzeln ging der Anteil derjenigen, die beim "ersten Mal" nicht verhüten, von 34 Prozent im Jahr 2005 auf zehn Prozent zurück. Bei den Mädchen gab es einen Rückgang von 19 auf zwei Prozent.

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Kondom favorisiertes Verhütungsmittel

"Es ist eine ausgesprochen erfreuliche Entwicklung, dass Jugendliche schon bei den ersten Sexualkontakten ganz besonders auf das Schutzverhalten achten", erklärte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. Verhütungsmittel Nummer eins ist laut der Studie das Kondom. Die ersten sexuellen Erfahrungen machen Jugendliche heute nicht eher als in der Vergangenheit. "Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht", erklärte BZgA-Leiterin Thaiss. Positiv sei auch zu sehen, dass eine feste Partnerschaft jungen Menschen beim "ersten Mal" wichtig sei.

Bei den unter 14-Jährigen hatten durchschnittlich nur sechs Prozent schon Sex. Im Alter von 17 Jahren hat dann bereits mehr als die Hälfte Erfahrung. Von jungen Frauen mit deutscher Herkunft haben mit 19 Jahren 90 Prozent das "erste Mal" erlebt, während es bei den gleichaltrigen Frauen mit ausländischen Wurzeln nur 61 Prozent sind. Männliche Jugendliche machen ihre ersten Erfahrungen oft später. Mit 19 Jahren hatten 73 Prozent der deutschen Jugendlichen und 70 Prozent der jungen Männer mit ausländischen Wurzeln Sex.

Es braucht den "richtigen" Partner

Das Fehlen des oder der "Richtigen" ist nach Angaben der Bundeszentrale "unabhängig von Geschlecht und Herkunft der Hauptgrund für Zurückhaltung". Für Mädchen und junge Frauen aus Migrantenfamilien spielten zudem "moralische Bedenken" eine wichtige Rolle.

Für die Studie wurden im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres 5750 Jugendliche und junge Erwachsene befragt. Die BZgA legte bereits zum achten Mal eine Untersuchung zur Jugendsexualität vor. Die Befragung wurde diesmal zum ersten Mal auf junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren ausgeweitet.

dpa

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