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Nachrichten Wissen Bedrohter Roter Thunfisch bekommt keinen besseren Schutz
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16:20 28.11.2010
Umweltschützer demonstrieren Mitte November in Paris für strengere Fangquoten.
Umweltschützer demonstrieren Mitte November in Paris für strengere Fangquoten. Quelle: afp
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Nach tagelangem Ringen haben sich die Fischereinationen nur auf eine geringfügige Reduzierung der Fangquote für den als bedroht geltenden Roten Thunfisch im Mittelmeer geeinigt. Zum Abschluss einer zehntägigen Konferenz in Paris beschloss die Internationale Schutzkommission für den Thunfisch im Atlantik (ICCAT) am Samstag, die Begrenzung von 13.500 Tonnen in diesem Jahr auf 12.900 Tonnen 2011 zu senken.

Die 48 Mitgliedstaaten blieben mit der Verringerung um nur 600 Tonnen für das kommende Jahr weit hinter den Forderungen von Umweltschutzorganisationen zurück. Diese hatten eine Senkung der Quote um mindestens das Zehnfache gefordert sowie die Einführung von Rückzugsräumen in den Fortpflanzungszonen des Roten Thuns im Mittelmeer und dem Golf von Mexiko.

Dieser Vorschlag sei bei der Konferenz „in fünf Minuten und ohne die geringste Reaktion der Mitgliedstaaten vom Tisch gewischt“ worden, sagte Charles Braine von der Tierschutzorganisation WWF der Nachrichtenagentur AFP. „Dem Roten Thunfisch wurde erneut der Schutz verweigert, den er dringend benötigt“, sagte Sue Lieberman von der US-Umweltorganisation Pew Environment Group. Die Organisation Oceana erklärte, die Konferenz bedeute für den Roten Thunfisch „ein deutliches Scheitern“.

Hauptabnehmer der bedrohten Art ist Japan, wo 80 Prozent des im Mittelmeer gefangenen Roten Thuns verbraucht werden. Japan kündigte in Paris schärfere Kontrollen zur Eindämmung der illegalen Fischerei und des Verkaufs von Rotem Thunfisch auf dem Schwarzmarkt an, auf dem das feine Fleisch für den Konsum von Sushi sehr gefragt ist.

Die Europäische Union hatte sich nach langem Ringen auf eine gemeinsame Position geeinigt, wonach die Fangquote beibehalten oder allenthalben leicht reduziert werden sollte.

EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki nannte die ICCAT-Entscheidung „einen Schritt in die richtige Richtung“. Die Pariser Einigung sieht zudem eine leichte Umverteilung des Fangquoten-Anteils unter den betroffenen Ländern vor, insbesondere unter Algerien, Libyen, der Türkei und Ägypten. Die EU-Staaten, von denen vor allem Frankreich, Spanien und Italien betroffen sind, behalten ihren Anteil von zusammen 56 Prozent der Fangquote.

Die ICCAT-Staaten beschlossen auch den Schutz eines halben Dutzends Hai-Arten im Atlantik. Weißspitzen-Hochseehaie sowie verschiedene Arten des Hammerhais dürfen künftig nicht mehr gefangen werden. Haie im Atlantik sind durch die steigende Nachfrage nach Haifischflossensuppe auf dem asiatischen Markt bedroht. Darüber hinaus wurden Fischer verpflichtet, künftig Angelhaken und Netze von versehentlich gefangenen Meeresschildkröten zu entfernen, bevor diese wieder freigelassen werden.

afp