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Nachrichten Wissen Bereitschaft zur Organspende wächst, doch Entnahmen werden weniger
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15:06 06.07.2018
Ein Organspendeausweis. Quelle: dpa
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Kiel

Die sinkende Zahl der Organspenden in Deutschland geht hauptsächlich auf geringere Meldezahlen von Krankenhäusern zurück. Zu diesem Schluss gelangen Mediziner um Kevin Schulte und Thorsten Feldkamp vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in einer umfassenden Studie.

Darin haben sie die Zahlen theoretisch möglicher und tatsächlicher Organspenden in deutschen Kliniken in den Jahren 2010 bis 2015 verglichen und festgestellt, dass die Zahl möglicher Organspender sogar gestiegen ist. Verantwortlich für den Rückgang der Organspenden seien die Entnahmekliniken, die insgesamt immer weniger mögliche Spender meldeten. Die Studie ist im „Deutschen Ärzteblatt“ erschienen.

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Mehrheit der Deutschen stehen Organspende positiv gegenüber

Der Organspende-Skandal von 2012 wird häufig als Grund dafür genannt, weshalb die Anzahl der Organspenden hierzulande rückläufig ist. Von 2010 bis 2017 ging die Zahl der Organspender von 1296 auf einen neuen Tiefstand von 797 zurück. Dieser Rückgang war jedoch vor dem Skandal am größten.

Einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge stehen 84 Prozent der Deutschen der Organ- und Gewebespende positiv gegenüber – fünf Prozent mehr als 2010. Der Anteil der Befragten, der angab, einen Organspendeausweis zu besitzen, nahm von 2008 bis 2018 sogar von 17 auf 36 Prozent zu. Eine mangelnde Spendenbereitschaft sei demnach nicht die Ursache für den Rückgang der Organspenden, betonen die Autoren.

Von dpa/RND

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