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Wissen Burnout: Das sind die ersten Anzeichen
Nachrichten Wissen Burnout: Das sind die ersten Anzeichen
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15:58 19.02.2019
Auch Probleme und Überforderungen im Privatleben können Auslöser für ein Burnout-Syndrom sein. Quelle: Pixabay
Hamburg

Überforderung, keine Perspektive auf Besserung und keine Wertschätzung aus dem Umfeld: Was im Berufsleben zu einem Burnout führen kann, kann ebenso im Privatleben ursächlich für einen kompletten Erschöpfungszustand sein. „Auch nicht erholsamer Schlaf und Dauerstress führen zu Überlastung“, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater.

Burnout kann viele Auslöser haben

Auslöser für einen Burnout, der von Experten als Risikozustand für ernsthafte Erkrankungen wie etwa eine Depression umschrieben wird, sind zum Beispiel plötzliche Erkrankungen in der Familie, eine Trennung oder ein unerwarteter Todesfall. Selbst dauerhaft schwelende unlösbare Konflikte mit Nachbarn tragen zur Erschöpfung bei, sagt Sven Steffes-Holländer, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Chefarzt an der Heiligenfeld Klinik Berlin. Was auch immer der Auslöser zu sein scheint - der Mechanismus, der tatsächlich zur Erschöpfung führt, ist meist derselbe: Die Betroffenen versuchen, etwas zu erfüllen, was sie nicht sind, und erschöpften sich daran, sagt Ärztin und Führungskräftecoach Mirriam Prieß. Häufig führen die Burnout-Opfer konfliktreiche Beziehungen oder haben keine sozialen Kontakte mehr. „Vor allem haben sie die Beziehung zu sich selbst verloren“, so Prieß.

Burnout-Syndrom zieht sich durch alle Schichten

Grundsätzlich zieht sich der Burnout durch alle Schichten und betrifft beide Geschlechter. Alleinerziehende und pflegende Angehörige sind aber etwas häufiger betroffen, sagt Roth-Sackenheim. Auch Arbeitslosigkeit, soziale und finanzielle Probleme seien Risikofaktoren.

Viele Betroffene würden erst aufwachen, wenn es schon zu spät ist und der Körper deutliche Erschöpfungssignale sendet, weiß Prieß. Die beginnen mit leichter Unruhe, Gereiztheit und Antriebslosigkeit. Dazu kommen Konzentrationsstörungen, Kopf- und Magenschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, hoher Blutdruck und Herz-Kreislaufprobleme oder gar Bandscheibenvorfälle.

Burnout-Symptome müssen ernst genommen werden

Prieß rät, diese Symptome ernst zu nehmen - insbesondere, wenn sie sich über einen Zeitraum von drei Monaten hartnäckig halten. Für ein erstes Gespräch sei dann der Hausarzt die richtige Adresse. „Er stellt fest, ob es eine körperliche oder psychosomatische Ursache gibt“, sagt Steffes-Holländer. Je nach Schwere des Falls könne er zudem Medikamente verschreiben und so die Zeit bis zum Therapiebeginn überbrücken. Darüber hinaus verordnet der Hausarzt eine stationäre oder teilstationäre Behandlung.

Burnout: Zustand annehmen

Als erste Anlaufstelle existieren zudem Angebote wie der Krisendienst in Berlin, ein Angebot ähnlich der Telefonseelsorge mit Fokus auf psychische Erkrankungen. „Für Alleinerziehende, Schuldner oder pflegende Angehörige gibt es Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen“, sagt Roth-Sackenheim. Aber auch die Betroffenen selbst können tätig werden. Der allererste Schritt dabei ist, so Prieß: Annehmen, was ist, und sich nicht in den Widerstand begeben. Also sich das einzugestehen, was man im Grunde weiß. Das kann zum Beispiel heißen, konfliktreiche Beziehungen zu erkennen - und Konsequenzen zu ziehen.

Burnout-Betroffene sollten Kontakt suchen

Betroffene sollten darüber hinaus versuchen, sich nicht zurückzuziehen, sondern den Kontakt zu Freunden oder der Familie suchen. Manch einer geht vielleicht auch gerne in die Natur oder findet mit Kunst, Musik oder Sport wieder zu sich. Gerade Hobbys und Entspannung seien wertvoll, um aus den negativen Gefühlen herauszukommen, erklärt Prieß. Hilfreich sind auch schon kleine Dinge wie Pausen, Spaziergänge oder bewusstes Atmen. „Man sollte es ernst nehmen, wenn das Umfeld einem sagt: Ich erkenne dich nicht wieder, ich glaube, das ist alles zu viel für dich“, sagt Roth-Sackenheim. Diese Hinweise von Freunden oder dem Partner sollten Betroffene nicht als Vorwurf verstehen - sondern als Fürsorge. „Freunde können nicht den Therapeuten ersetzen, aber das Ich stärken“, sagt Prieß. Auf keinen Fall darf das Umfeld jedoch weiteren Druck ausüben, warnt Steffes-Holländer. „Freunde und Familie können vielmehr versuchen, denjenigen zu verstehen und lieber keine Ratschläge erteilen.“ Und falls sich der Betroffene doch zurückzieht, sollten sie das nicht persönlich nehmen.

Von RND/dpa

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