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19:04 06.05.2019
Ob in der Eisdiele oder im Supermarkt: Gutes Eis erkennt man sowohl am Aussehen als auch am Inhalt. Quelle: dpa
Hannover

Ob in der Eisdiele gegenüber oder gemütlich auf der Terrasse: Im Durchschnitt isst jeder Deutsche fast acht Liter Eis jährlich. Dabei haben viele eine Lieblingssorte – doch Stracciatella ist nicht gleich Stracciatella. Was qualitativ hochwertiges Eis ausmacht und worauf Sie beim Kauf achten sollten, weiß der Experte.

Was die Eisdiele über das Eis aussagt

Wer gutes Eis möchte – ganz ohne künstliche Aromen, Zusatzstoffe oder gefährliche Keime – sollte sich zunächst einmal die Eisdiele genauer ansehen. Die Sauberkeit kann Hinweise auf die Produktqualität der empfindlichen Ware geben: Zum Beispiel sollte das Wasser, in dem der Portionierer steckt, möglichst klar sein. Auch die Wannen, in denen das Eis aufbewahrt wird, sollten sauber sein.

Woran man gutes Eis auf den ersten Blick erkennt

„Qualitativ hochwertiges Eis hat eine glatte Oberfläche und sieht cremig aus“, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ist das Eis aber bröckelig, könne das ein Indiz dafür sein, dass es schon älter ist und ein zweites Mal aufgetaut wurde. Dabei könnten sich Keime gebildet haben. Sehr weiches Eis kann zudem ein Hinweis darauf sein, dass es nicht ausreichend gekühlt wird – auch hier können sich Salmonellen ausbreiten.

„Die Farbe sollte natürlich sein, weder zu blass noch zu intensiv“, so der Experte. Ein auffällig helles Eis könne auf einen zu geringen Fruchtanteil hindeuten. Wenn allerdings das Pistazieneis zum Beispiel in grellem Grün strahlt, seien womöglich Farbstoffe im Spiel.

Der Unterschied im Geschmack

Auch anhand des Geschmacks erkennt man gutes Eis. „Es schmeckt kurzzeitig aromatisch, aber nicht zu süß oder künstlich“, so Valet. Insbesondere bei Speiseeis aus dem Supermarkt muss beim Verzehr außerdem auf die Konsistenz geachtet werden: Bildet sich ein Fettfilm auf der Zunge, sei das ein Hinweis auf Pflanzenfette und Emulgatoren, also Stoffe, die dafür sorgen, dass sich die Zutaten vermischen. „Außerdem sollte es nicht zu cremig oder gummiartig sein – das deutet auf viele künstliche Aromen hin“, erklärt der Verbraucherschützer.

Diese Zutaten haben in gutem Eis nichts verloren

„Handwerklich gutes Eis kann aus wenigen Zutaten bestehen: Milch oder Sahne, Zucker, teilweise Ei und dann – je nach Sorte – zum Beispiel Vanille oder Schokolade“, so Valet. Kostengünstiges Pflanzenfett wie Kokos- oder Palmöl, Glukosesirup und Aromen hingegen haben in qualitativ hochwertiger Ware nichts zu suchen. „Frisches Eis kommt ohne Zusatzstoffe aus – das gilt auch für Emulgatoren oder Farbstoffe“, sagt Valet. In der Eisdiele erkennt man künstliche Emulgatoren zum Beispiel daran, dass das Eis in hohen Wellen im Eisbehälter präsentiert wird.

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Wie unterscheiden sich die Herstellungsarten?

Fruchteis: Enthält mindestens 20 Prozent Frucht ohne Fettzusatz. Gute Eishersteller verwenden etwa 35 Prozent. Bei sauren Früchten, beispielsweise einer Zitrone, ist der Fruchtanteil mit rund zehn Prozent deutlich geringer.

Tipp: Fruchteis hat durch das fehlende Fett die wenigsten Kalorien. Die Kugel hat etwa 70 Kalorien während eine Kugel Milcheis 98 Kalorien hat.

Milcheis: Enthält mindestens 70 Prozent Vollmilch. Abgesehen von Kakaobutter ist nur Milchfett zulässig.

Sahneeis: Besteht zu mindestens 18 Prozent aus Milchfett.

Cremeeis: Besteht mindestens zur Hälfte aus Milch. Auf einen Liter Milch kommen 270 Gramm Vollei oder 90 Gramm Eigelb – kein zusätzliches Wasser.

Worauf Sie beim Kauf von Eis achten sollten

Oft verrät schon die Verpackung von Eis im Supermarkt viel über die Qualität. „Das fängt schon beim Namen an: Statt Cremeeis oder Milcheis wird das Produkt zum Beispiel nur als Eis betitelt, weil dann billige Zusätze wie Kokos- oder Palmfett eingesetzt werden können“, so Valet. Vor allem bei Vanilleeis werde dahingehend getrickst. „Bei Eis mit Vanillegeschmack wird oft künstlich hergestelltes Vanillin verwendet. Die schwarzen Punkte stammen nicht vom Vanillemark, sondern von gemahlenen minderwertigen Schoten.“

Außerdem sorgen bei vielen Herstellern Stabilisatoren, Emulgatoren und Farbstoffe dafür, dass die Haltbarkeit ihres Eises steigt bleibt während Preis und Qualität sinken. Sie werden auch dazugesetzt, um Luft in das Eis zu bringen: So wird mehr Ware aus weniger Zutaten geschaffen. „Das schlägt sich in Volumen und Gewicht nieder“, erklärt Valet.

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Von RND / Jessica Orlowicz

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