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Wissen Elsbeere ist Baum des Jahres 2011
Nachrichten Wissen Elsbeere ist Baum des Jahres 2011
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15:45 28.10.2010
Die zum "Baum des Jahres 2011" gekürte Elsbeere war 1975 in Deutschland so gut wie ausgestorben. Quelle: dpa
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Die selten gewordene Elsbeere ist der Baum des Jahres 2011. Die „Schöne Else“ friste in deutschen Wäldern nur noch ein Schattendasein, sagte der Präsident der Stiftung Baum des Jahres, Silvius Wodarz, am Donnerstag in Berlin. Der Klimawandel könnte der Baumart aber zugute kommen - die Elsbeere verträgt Trockenheit und Hitze und trotzt mit ihren starken Wurzeln Stürmen. Zu finden ist das stattliche Gewächs noch an Rhein, Ahr, Mosel, Neckar und Saale - „wo Wein wächst, fühlt auch die Elsbeere sich wohl“.

Die Elsbeere kann bis zu 25 Meter hoch werden. Keine andere einheimische Frucht hat so viel Vitamin C wie die Elsbeere. Mit der Kür eines Baumes wird seit 1989 jedes Jahr auf eine einheimische Art aufmerksam gemacht.

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Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kam der Baum mit den schneeweißen Blüten in Deutschland massenhaft vor. Er wurde oft als Brennholz verwendet. Der alte „Energiebaum“ wurde durch Kohle, Öl und Gas verdrängt. An steilen Hängen mit viel Sonne wächst die Elsbeere, deren Stamm bis zu einem Meter dick werden kann, heute vor allem noch in Frankreich und auf dem Balkan.

Der wissenschaftliche Name Sorbus torminalis bedeute „Frucht gegen Bauchgrimmen“, sagte Wodarz. Früher wurden die rötliche Beere gegen Durchfall gegessen. Heute wird aus den Elsbeeren ein teurer Edelbrand destilliert. Auch Marmelade wird hergestellt.

Das Holz der Elsbeere ist in der Möbelindustrie gefragt - weil es so elastisch und gut polierbar ist. Wegen seiner samtigen Oberfläche bekam es den Beinamen „Seidenholz“. Möbelstücke aus dem Holz der Elsbeere sind zumeist Unikate.

Die Blätter des wärmeliebenden Baums ähneln denen des Ahorns. Allerdings wachsen sie in unterschiedlichen Größen und Formen. Ihre volle Wirkung entfaltet die „Schöne Else“ im Herbst, so die Stiftung. Dann leuchten die Blätter in feurigem Rot. In größeren Gärten und Parks kommt die Elsbeere besonders gut zur Geltung. Der Baum muss aber erst 20 bis 25 Jahre alt werden, bevor er das erste Mal mit duftenden Dolden blüht.

Die Auszeichnung „Baum des Jahres“ wird seit 1989 jährlich vergeben. Im Vorjahr wurde die Vogelkirsche gekürt. Durch Pflanzaktionen und Baumpatenschaften soll das Bewusstsein für die Natur wieder mehr geschärft werden.

dpa