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Entdeckung in der Antarktis: An dieser Stelle ist das Eis besonders instabil

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15:33 14.06.2019
Der Thwaites-Gletscher, hier zu sehen in einer undatierten Luftaufnahme. Quelle: Jeremy Harbeck/NASA/OIB/dpa
Potsdam

Zwei große Gletscher in der Antarktis sind instabiler als alle anderen. Das haben Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) herausgefunden. Sie gehen davon aus, dass inzwischen ein unaufhaltsamer Prozess in Gang gekommen ist, der in den kommenden Jahrhunderten der Meeresspiegel um mehr als drei Meter ansteigen lassen wird.

„Wir denken oft, dass uns beim Verlust von Eis in der Antarktis das Schlimmste erst noch bevorsteht. Das stimmt auch, aber es scheint, dass dieses ‚Schlimmste‘ durchaus bereits in Gang gesetzt wurde“, sagt Anders Levermann vom PIK.

Das bedeuten die Instabilitäten

Entlang der antarktischen Küste gibt es vielfach Instabilitäten im Eis, die gleichsam darauf warten, ausgelöst zu werden. „Instabilitäten“ bedeutet, dass am Rand des Eises eine Schutzschicht weggeschmolzen ist, so dass dann der Rest des Eises langsam in den Ozean rutschen kann.

Besonders instabil sind der Pine-Island-Gletscher und der Thwaites-Gletscher im Westen des antarktischen Kontinents. Sie verlieren seit drei Jahrzehnten immer mehr Eis, erklärt Levermann.

Die Berechnungen der Forscher zeigen, dass die Instabilität der Eismassen, die dort auf dem Meer schwimmen, schneller voranschreitet, als ähnliche Prozesse in anderen Teilen der Antarktis. Damit könnte der schlimmste Anstieg des Meeresspiegels bereits im Gange sein.

Rolle des Menschen noch unklar

Es ist noch unklar, ob die Instabilität der Eismassen in der Westantarktis durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wurde. Doch der menschengemachte Klimawandel könnte dazu durchaus einen Beitrag leisten: Die Oberflächentemperaturen auf den meisten Teilen des eisigen Kontinents liegen zwar dauerhaft unter dem Gefrierpunkt. Aber der Ausstoß von Treibhausgasen führt zu wärmeren Meeresströmungen, die bis in die Antarktis vordringen und den Schmelzprozess unter Wasser starten.

„Dramatik nicht unterschätzen“

Auch wenn der vergleichsweise schnelle Eisverlust sich über Jahrzehnte hinweg entfaltet und Jahrhunderte andauert: Die Geschwindigkeit des Eisverlustes in der Antarktis ist bereits heute ein wichtiger Faktor für den weltweiten Anstieg des Meeresspiegels. „Was da passiert, ist langsam – aber dramatisch“, sagt Levermann. Vom Anstieg des Meeresspiegels um etwa drei Meter wären Hunderte von Millionen Menschen an den Küsten der Welt betroffen, sagen die Wissenschaftler.

„Die Ergebnisse sind faszinierend“, sagt Feldmann. Sie seien ein klares Zeichen, dass die Menschen mehr gegen den Klimawandel tun müssten. Hoffnung gibt es noch für die Eismassen im Osten der Antarktis: Sie könnten langsamer sein, wenn es gelingt, die globale Erwärmung zu begrenzen.

Mehr zum Thema:Knochen von Dinosaurier-Vorfahren in der Antarktis entdeckt

Von RND/nay

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