Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Eine Explosion „wie 30 Atombomben“
Nachrichten Wissen Eine Explosion „wie 30 Atombomben“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:14 07.11.2013
Foto: Forscher bergen ein Bruchstück des Tscheljabinsk-Meteoriten aus einem See bei Tscheljabinsk, Russland.
Forscher bergen ein Bruchstück des Tscheljabinsk-Meteoriten aus einem See bei Tscheljabinsk, Russland. Quelle: dpa
Anzeige
Moskau

Die Explosion des „Meteoriten von Tscheljabinsk“ über Russland hat Forschern zufolge etwa 30 Mal mehr Energie freigesetzt als die Detonation der Hiroshima-Bombe 1945. Der Himmelskörper sei rund 30 Kilometer über der Millionenstadt mit einer Kraft von 500 Kilotonnen TNT zerborsten, berichtete ein Team um den tschechischen Astronomen Jiri Borovicka im Fachjournal „Nature“.

Die Druckwelle hatte am 15. Februar 2013 rund 7000 Gebäude in der Region am Ural beschädigt. Zerplatzte Fensterscheiben verletzten etwa 1500 Menschen. „Das Ereignis erinnert uns daran, welche Schäden solche Steine verursachen können - und da draußen treiben noch weitaus größere Brocken“, sagte Borovicka von der tschechischen Sternwarte Ondrejov der Nachrichtenagentur dpa.

Der russischen Wissenschaftlerin Olga Popowa zufolge löste die Detonation auch eine Hitzewelle über Tscheljabinsk rund 1500 Kilometer östlich von Moskau aus. „Zahlreiche Menschen klagten über Hautreizungen im Gesicht“, berichtet die Forscherin der Wissenschaftsakademie Russlands in Moskau im Fachblatt „Science“. Der Lichtblitz der Explosion sei 30 Mal heller gewesen als die Sonne.

Popowa zufolge hatte der Stein aus dem All einen Durchmesser von etwa 20 Metern und ein Gewicht von schätzungsweise 10 000 Tonnen. Mindestens 76 Prozent des Meteorits seien bei der Explosion verdampft, der größte Splitter sei in den örtlichen Tschebarkul-See gefallen. Dort hatten Taucher vor kurzem ein rund 600 Kilogramm schweres Bruchstück aus dem Wasser gezogen. Der Brocken sei vermutlich eines der zehn größten Fragmente eines Himmelskörpers, das bisher gefunden wurde, hatte der Forscher Sergej Samosdra geschätzt.

„Mit dem Asteroiden 86039 nähert sich derzeit ein ähnlicher Stein wie der Meteorit von Tscheljabinsk der Erde“, sagte der Astronom Borovicka. Aufgrund der Flugbahn und der Struktur vermute er, dass beide Himmelskörper einmal Teil eines riesigen Brockens im All gewesen seien. Eine Gefahr bestehe aber nicht. „Er wird vermutlich im Frühjahr in sicherer Entfernung an der Erde vorbeifliegen.“

Dem kanadischen Forscher Peter Brown zufolge ist sich die Menschheit der Gefahren aus dem Weltall weiterhin nicht genügend bewusst. Sogar die meisten Wissenschaftler seien sich nicht im Klaren darüber, welch große Schäden bereits ein solch „kleiner“ Stein wie der „Meteorit von Tscheljabinsk“ anrichten könnte, schreibt der Astronom von der University of Western Ontario in einem weiteren „Nature“-Beitrag. „Derzeit beobachten wir nur etwa 500 Objekte mit einem Durchmesser zwischen 10 und 20 Metern in Erdnähe.“ Daneben gebe es aber Tausende kleinere Himmelskörper, die gefährlich werden könnten.

dpa

Mehr zum Thema
Wissen Früherkennung von Asteroiden und Meteoriten - Gefahr aus dem All: Europa baut Warnsystem aus

Der Meteoriteneinschlag in Russland im Februar hat Schlagzeilen und Angst gemacht. Europa baut sein Warnsystem aus, um gefährliche Himmelskörper mit Kollisionskurs auf die Erde ganz früh zu erkennen.

22.05.2013

Jedes Jahr zählt: Sollte ein Himmelskörper auf Kollisionskurs mit der Erde geraten, wird die Zeit bis zu einem möglichen Einschlag zum entscheidenden Faktor."Je früher man das weiß, desto weniger Kraft muss man für Gegenmaßnahmen aufwenden", sagt Mario Trieloff vom Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg.

Deutsche Presse-Agentur dpa 14.03.2013

Der Meteoriteneinschlag in Russland im Februar hat vielen Menschen Angst gemacht. Für Forscher war er eher eine Petitesse. Durch den Weltraum schwirren größere Kaliber. Was kann man gegen einen Einschlag tun?

14.03.2013
07.11.2013
Nicola Zellmer 06.11.2013
Wissen Wählerische Leguane - Keine Frau mit Bart, bitte!
06.11.2013