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Wissen Forscher entdecken tonnenweise Manganknollen
Nachrichten Wissen Forscher entdecken tonnenweise Manganknollen
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15:10 10.06.2010
Quelle: ap
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Sie gelten als Trüffel am Meeresboden und als Rohstoffe der Zukunft - Manganknollen. Fünf Wochen lang haben Wissenschaftler aus vier deutschen Meeresforschungsinstituten in rund 4300 Metern Tiefe im Pazifik diese rohstoffreichen Gebilde erkundet. Bei ihrer Forschungsreise stießen sie auf etwa eine Milliarde Tonnen der Knollen. Sie beinhalten Rohstoffe wie Nickel, Kupfer und Kobalt, sagte der Expeditionsleiter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover, Carsten Rühlemann, am Donnerstag. Verwendet werden die Rohstoffe unter anderem in der Elektroindustrie und als Stahlveredler.

Die Experten waren etwa 2000 Kilometer südlich von Los Angeles (USA) auf Höhe von Mexiko mit dem Forschungsschiff „Sonne“ unterwegs. Dort haben sie ein Areal von etwa 56 000 Quadratkilometern erkundet. Sie haben sogenannte Videoschlitten auf den Meeresboden herabgelassen, um herauszufinden, wieviel Manganknollen existieren, wie sie entstehen und welche Mikroorganismen sich auf den Knollen befinden.

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Die Knollen entstehen auf dem Grund des Ozeans in einer Tiefe von rund 5000 Metern und sind Rohstoffablagerungen, die in Millionen Jahren entstanden sind. Die dunklen, klumpenartigen Gebilde sind zwischen drei und sechs Zentimeter groß. Die größeren Exemplare erreichen einen Durchmesser von 20 Zentimeter.

Die Forscher haben darüber hinaus auch die Tierwelt auf dem Manganknollen-Areal erkundet. „Mit sogenannten Kastengreifern haben wir einen Viertel Quadratmeter Sedimente vom Meeresboden entnommen“, sagte der Biologe des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven, Prof. Pedro Martinez-Arbizu. Ob er und seine Kollegen dabei neuartige Tiere entdeckt haben, wisse er nicht. Martinez-Arbizu rechnet in einem halben Jahr mit den Ergebnissen der Auswertung.

An der Expedition beteiligen sich Wissenschaftler der BGR, des Alfred-Wegener Instituts in Bremerhaven, des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven und des Leibniz-Institutes für Meereswissenschaften in Kiel.

Grundlage für die Forschungsreise ist ein Vertrag der Internationalen Meeresbodenbehörde der Vereinten Nationen und der BGR aus dem Jahr 2006. Er gibt Deutschland das Recht, auf einem Meeresareal von 75.000 Quadratkilometern den Bestand der Knollen zu erfassen. Bei der Expedition sollen auch grundlegende Daten über die potenziellen Lagerstätten gesammelt werden. Darüber hinaus sollen Investoren in Zukunft auf diese Weise erfahren, wo sie die Knollen abbauen können, sagte Rühlemann.

dpa