Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Forschung zu Klimaprozessen in Westafrika
Nachrichten Wissen Forschung zu Klimaprozessen in Westafrika
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:24 02.12.2013
Abgase von veralteten Autos in den Millionenstädten Lagos oder Abidjan verändern das Klima in Westafrika. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Karlsruhe

Für das EU-Forschungsprojekt wurden jetzt 8,75 Millionen Euro bewilligt, wie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Montag mitteilte. Es soll untersuchen, wie die Menschen verursachten Emissionen in Westafrika mit natürlichen Prozessen zusammenwirken und die Wolkenbildung beeinflussen.

„Wir haben nun das Geld, wir fangen jetzt an zu forschen und hoffen, dass wir den Menschen in Westafrika in naher Zukunft relevante Forschungsergebnisse geben können“, sagte der Klimaforscher Peter Knippertz. Im Blickpunkt der Forscher stehen Aerosole, also ein Gemisch von Gasen und festen oder flüssigen Schwebeteilchen. Diese beeinflussen die Wolkenbildung. „Wir vermuten, dass sich eine verstärkte Wolkenbildung auf das gesamte Monsunsystem auswirkt“, erklärte Knippertz. „Diese Zusammenhänge sind für Westafrika bisher kaum erforscht.“

Anzeige

Die an dem Projekt mit der Abkürzung DACCIWA beteiligten Forscher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Ghana und Nigeria wollen zunächst Daten sammeln, mit Satelliten, Flugzeugen und Messinstrumenten am Boden. Diese Informationen sollen dann für die Entwicklung von Klimamodellen verwendet werden, um etwa schwere Monsunregenfälle oder langfristige Klimaveränderungen besser als bisher vorherzusagen zu können. Zusammen mit zwei weiteren Forschungsprojekten zu den Zusammenhängen von Aerosolen und Klima wird DACCIWA am Donnerstag in Potsdam feierlich gestartet.

„Wenn man ein sehr sensibles System stört, können die Auswirkungen sehr groß sein“, sagte Knippertz über das westafrikanische Monsunklima. Dort nähmen viele der Störungen ihren Anfang, die dann in der Karibik zu Wirbelstürmen werden könnten. Auch das Wetter in Europa könne unter Umständen von atmosphärischen Wellen beeinflusst werden, die in Westafrika ihren Ausgang nähmen. Und ein vertieftes Verständnis des klimatischen Geschehens in dieser Region mache auch genauere Wettervorhersagen für Europa möglich: „Für den Mittelmeerraum ist Westafrika direkt nebenan.“

dpa

Mehr zum Thema

Glühend heiße Tage, reißende Sturmfluten: Die Natur könnte bis Ende des Jahrhunderts immer launischer werden, meint der Weltklimarat. Durch den Klimawandel drohen einigen Erdteilen katastrophale Folgen.

01.10.2013

Der moderne Mensch konnte Afrika erst vor 70 000 bis 55 000 Jahren verlassen. Voraussetzung dafür seien Klimaveränderungen gewesen, berichten britische Anthropologen in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften in den USA ("Pnas").

17.09.2012

Der Golfstrom hat sich zwei- bis dreimal so rasch erwärmt wie der Atlantische Ozean. Das berichten Forscher um Professor Martin Visbeck vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar) im Journal „Nature Climate Change“.

29.01.2012
Wissen Raumschiff gestartet - China greift nach dem Mond
02.12.2013
01.12.2013