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Wissen Frauen werden weltweit medizinisch schlechter versorgt
Nachrichten Wissen Frauen werden weltweit medizinisch schlechter versorgt
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11:13 10.11.2009
Die WHO fordert Regierungen auf, sich auf die gesundheitlichen Probleme von Frauen einzustellen. Quelle: afp
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Obwohl Frauen im Gesundheitssektor einen Großteil der Dienstleistungen sicherstellten, würden sie selbst in vielen Situationen nicht angemessen behandelt, stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlässlich der Veröffentlichung des Berichts "Frauen und Gesundheit" fest. "Es wird Zeit, dass Mädchen und Frauen das bekommen, was ihnen zusteht", erklärte WHO-Chefin Margaret Chan. Das Recht auf Gesundheit sei ein Menschenrecht.

Die WHO bezeichnete in ihrem Bericht angesichts der allgemein steigenden Lebenserwartung und der höheren Lebensdauer vor allem die Situation älterer Frauen als problematisch. Die Gesellschaft und die Regierungen müssten sich auf die spezifischen gesundheitlichen Probleme von Frauen einstellen und die mit dem Alter verbundenen Kosten stärker berücksichtigen, forderte die WHO. "Es wird keinen bedeutenden Fortschritt geben, solange Frauen in so vielen Teilen der Welt noch als Bürger zweiter Klasse gelten", erklärte Chan. Die WHO kommt außerdem zu dem Schluss, dass vielerorts auch Mädchen während der Pubertät den Jungen gegenüber benachteiligt werden.

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Um auf die Bedürfnisse älterer Frauen bei der Gesundheitsversorgung zu reagieren, sei auch das Verständnis von Krankheitsverläufen wichtig. Ältere Frauen litten häufig an Herzbeschwerden sowie an Gefäß- und Gehirnerkrankungen und wiesen dabei andere Symptome als Männer auf.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, viele Erkrankungen und Todesfälle wären vermeidbar, wenn auch für Frauen der Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung sichergestellt würde. Wichtig seien "gemeinsame Anstrengungen aller Mitgliedsstaaten der WHO", um durch die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen letztlich auch die Familien und die Gesellschaft zu stärken, erklärte das Ministerium.

afp