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Wissen Fremdländische Bäume sollen dem Klimawandel besser standhalten
Nachrichten Wissen Fremdländische Bäume sollen dem Klimawandel besser standhalten
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10:30 24.07.2009
Multi-Kulti im deutschen Wald
Multi-Kulti im deutschen Wald Quelle: Foto: Benjamin Haerdle/ddp
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In den heimischen Forsten sollten künftig mehr Baumarten wachsen, die das zu erwartende wärmere und veränderte Klima besser vertragen, ist eines der Ergbnisse. Buchen aus Bulgarien und die aus Nordamerika stammende Küstentanne beispielsweise haben sich in Tests als vielversprechende potenzielle Kandidaten für einen solchen Umbau erwiesen, teilt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig mit.

„Die Küstentanne zählt zu den Baumarten, die für einen Anbau unter den sich abzeichnenden Bedingungen des Klimawandels gut geeignet ist“, sagt Hermann Spellmann, Leiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen. So ist der Baum an ein Klima mit ausgeprägter Sommertrockenheit gut angepasst und lässt sich zudem gut in die vorhandene heimische Flora und Fauna integrieren. Auch wenn der Einfluss solcher „Fremdländer“ genannten Baumarten auf die Ökosysteme im Detail noch nicht ganz erforscht sei, böte die Küstentanne große Chancen für den Wald, erklärt Andrea Polle von der Universität Göttingen, Leiterin des Forschungsverbundes „Buchen-Küstentanne“.

„Die Forstwirtschaft muss jetzt die Weichen stellen, wenn sie Ende des 21. Jahrhunderts klimagerechte und damit überlebensfähige Waldbestände haben will“, kommentiert Monika Konnert, Leiterin des Bayerischen Amts für forstliche Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf, die Entwicklung. Einheimische Gewächse wie die derzeit noch mit 27 Prozent der Fläche sehr dominante Fichte würden eindeutig zu den Verlierern des Klimawandels gehören, sind sich die Forscher einig.

ddp