Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Fritz-Behrens-Stiftung ehrt Haverich
Nachrichten Wissen Fritz-Behrens-Stiftung ehrt Haverich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:39 17.06.2014
Von Nicola Zellmer
Arbeitet an Organen aus dem 3-D-Drucker: Prof. Axel Haverich.
Arbeitet an Organen aus dem 3-D-Drucker: Prof. Axel Haverich. Quelle: Jochen Lübke
Anzeige
Hannover

Um Prof. Axel Haverich ins Gespräch zu bringen, bedarf es eigentlich keines Preises mehr. Dennoch fühlt sich der Herzchirurg der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geehrt, dass ihm die renommierte Fritz-Behrens-Stiftung für sein Lebenswerk den diesjährigen Wissenschaftspreis verleiht. Ebenfalls ausgezeichnet wird am Dienstagabend die junge Göttinger Psycholinguistikerin Prof. Nivedita Mani. Die Preise sind mit jeweils 30 000 Euro dotiert.

Haverichs wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Suche nach biologischem Ersatz für kranke Organe. Im Exzellenzcluster „Rebirth“ untersuchen er und seine Kollegen, wie sich die Selbstregeneration von Herz, Lunge und anderen Organen für medizinische Zwecke nutzen lässt. So hat Haverich 2002 erstmals Kindern eine mitwachsende Herzklappe aus dem Biotech-Labor implantiert, die anders als künstliche Klappen nicht mehr ersetzt werden muss. Doch der Herzchirurg denkt weiter: „Wir werden den gesamten Bedarf an Gewebe für die Klappen dauerhaft nicht aus Spenden decken können“, sagt er. Mit Prof. Heiner Niemann vom Institut für Nutztiergenetik arbeitet er daher an genveränderten Schweinen als Spendertieren.

Auch bei der Reparatur von Organen außerhalb des Körpers sind Haverich und seine Kollegen auf einem guten Weg. Mithilfe des Transportsystems „Organ Care“ können sie etwa eine Lunge gesund erhalten. Der nächste Schritt ist die Behandlung des Organs mit Medikamenten oder sogar mit Chemotherapien oder Bestrahlung. Beim Schwein klappt das bereits. „Wir konnten fünf von acht Tieren von einer sonst tödlichen Lungenentzündung heilen“, sagt Haverich.

Noch spektakulärer mutet das Ziel an, neue Organe per 3-D-Druck zu erzeugen. Bereits jetzt arbeiten die Forscher gemeinsam mit Elektrotechnikern der Leibniz-Uni daran, das Herz eines Minischweines mit neuer Schnitttechnik detailgenau abzupausen.

Die körperliche Entwicklung spielt auch im Fachgebiet von Prof. Nivedita Mani eine wichtige Rolle. Sie untersucht, wie Kleinkinder Sprache erwerben und welche kognitiven Fähigkeiten dazu notwendig sind. In der Forschungsgruppe „Wortschatzinsel“ beispielsweise untersuchen Mani und ihre Kollegen Sprachverständnis und Sprachproduktion bei Kleinkindern im Alter von sechs bis 36 Monaten.

Preisverleihung

Der Wissenschaftspreis wird Dienstagabend um 18 Uhr in den Räumen der VGH-Versicherung verliehen. Kurzentschlossene, die sich für die Veranstaltung, bei der beide Preisträger Vorträge aus ihrem Fachgebiet halten, interessieren, können sich bei der Fritz-Behrens-Stiftung, Rechtsanwalt Matthias Fontaine, Telefon 81 20 33, anmelden.

Wissen Studie zum Erfolg bei Sportmannschaften - Viele Supertalente bedeuten nicht mehr Erfolg
16.06.2014
16.06.2014
15.06.2014