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Wissen Frühlingsplage: Befall von Blattläusen erkennen und bekämpfen
Nachrichten Wissen Frühlingsplage: Befall von Blattläusen erkennen und bekämpfen
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10:56 18.04.2019
Blattläuse müssen nicht immer bekämpft werden. Viele Insekten, zum Beispiel Marienkäfer, sorgen für ihre Vernichtung. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Berlin

Sprießt das erste Grün im Garten, schlüpfen sie aus ihren Verstecken und aus den Eiern: Blattläuse machen Pflanzen vor allem im Frühling zu schaffen. „Läuse sind immer ein Zeichen dafür, dass eine Pflanze schwächelt“, erklärt Olaf Beier vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner.

Blattlausbefall vermeiden

Der Grund für schwächelnde Pflanzen kann vielfältig sein: Die Pflanze bekommt zu wenig Licht, es ist zu warm oder aber zu trocken. Die Folge kann eine Aufweichung der Zellstruktur sein. Dadurch können Blattläuse die Pflanzenhaut leichter durchstechen. Auch eine Überdüngung kann eine Ursache dafür sein, dass eine Pflanze schlapp macht – insbesondere wenn sie zu viel Stickstoff und zu wenig Kalium bekommt. „Kalium kräftigt die Zellwände und macht sie widerstandsfähiger. Zu viel Stickstoff ist eher kontraproduktiv und macht die Zellen weich“, erläutert Beier.

Blattläuse: Befall erkennen

Da weiche Stellen an der Pflanze den Blattläusen einen einfachen Zugang zum Pflanzensaft bieten, sind die Schädlinge im Frühjahr besonders an jungen Trieben und Blättern, auf Knospen und Blüten zu finden. Krümmen sie sich oder sehen verkrüppelt aus, gilt es genauer hinzusehen. Auch eine klebrige, silbrig glänzende Schicht auf der Blattoberfläche ist verdächtig.

Blattläuse schwächen Pflanzen und übertragen Krankheiten

„Den Honigtau scheiden die Blattläuse aus, nachdem sie den Pflanzensaft durch ihren Körper gefiltert haben“, sagt Beier. Durch das Aussaugen des Pflanzensaftes schwächen Blattläuse die Pflanzen nicht nur, sondern können auch Krankheiten übertragen. „Blattläuse sind Überträger Nummer eins, wenn es um Viren und Krankheiten geht“, erklärt Gärtnermeister René Wadas. Je nach Wirtspflanze können bestimmte Arten beispielsweise den Tomatenmosaikvirus oder Baumkrebs übertragen.

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Pilze stoppen Photosynthese

Ruß- oder Schwarzpilze gehören zu den am weitesten verbreiteten Problemen, die Blattläuse verursachen können. Die Pilze siedeln sich auf dem Honigtau an, zersetzen den darin enthaltenen Zucker und überziehen nach und nach das Blatt mit einer schwarzen Schicht, die an Kohlestaub erinnert. „Breitet sich diese Schicht über alle Blätter aus, kann die Pflanze keine Photosynthese mehr betreiben, wodurch sie zusätzlich geschwächt wird“, erklärt Beier.

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Meisen, Marienkäfer und Co.: Gegen Blattläuse Fressfeinde einsetzen

Dennoch empfehlen die Fachleute, nicht gleich bei der ersten Blattlaus in Panik zu verfallen. „Meisen, Marienkäfer, Florfliegen und viele andere Tiere ernähren sich von Blattläusen. Daher sollte man zunächst abwarten, ob die Fressfeinde den Bestand regulieren“, sagt Marja Rottleb, Gartenexpertin beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Auch Wadas rät dazu, erst einzuschreiten, wenn die Läuse so sehr Überhand nehmen, dass sie Pflanzen sichtlich schaden.

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Hausmittel gegen Blattläuse

Lässt eine Pflanze ihre Blätter hängen, verfärben sie sich schwarz oder ist das Gewächs vor lauter Blattläusen kaum noch zu erkennen, besteht laut Wadas Handlungsbedarf. „Die Blattläuse sollte man dann aber nicht mit der chemischen Keule vollständig vernichten. Auch eher harmlose Hausmittel wie Milch oder Rapsöl können helfen, Blattläuse zu reduzieren.“ Sein Tipp: Zehn Milliliter Rapsöl und einem Spritzer Spülmittel mit warmen Wasser vermischen und aufsprühen.

Natürliche Ölpräparate und Seifenlaugen gegen den Blattlausbefall

Auch Beier vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner setzt auf natürliche Ölpräparate: „Unter der Ölschicht ersticken Blattläuse und auch Schildläuse und Wollläuse wird man damit los.“ Bei grünen Blattläusen kann auch Seifenlauge helfen. „Die Lauge wäscht den Läusen die Fettschicht vom Körper, wodurch sie in der Sonne austrocknen“, erklärt er.

Rottleb empfiehlt dennoch, Seifenlauge eher sparsam einzusetzen, denn sie schädigt auch Nützlinge und zerstört ab einem gewissen Punkt den Boden.

Ihr Tipp: Die Blattläuse mit Hilfe eines Pinsels, einer Zahnbürste oder Wasser entfernen. Später kann man neben Pflanzenöl auch einen Sud aus Rainfarn oder Efeu aufbringen.

Nicht alle Hausmittel sind empfehlenswert

Es gibt aber auch Hausmittel, von denen Gärtnermeister Wadas entschieden abrät: Einen Tabaksud zum Beispiel. „Nikotin ist hochgiftig und schadet den Pflanzen.“ Das gilt auch für Spiritus. „Das ist wie mit Kanonen auf Spatzen schießen“, so der Experte.

Von RND/dpa/jo

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