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Nachrichten Wissen Fusionsreaktor Iter wird wohl teurer
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14:23 13.11.2015
Techniker des International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER) arbeiten in Cadarache (Südfrankreich) am Testreaktor (Archivfoto von 2005). Quelle: EPA/ERIC TSCHAEN
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Paris

Der Bau des internationalen Kernfusionsreaktors Iter in Südfrankreich wird einem Medienbericht zufolge deutlich teurer als bislang geplant. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schreibt, die Fertigstellung des Experimentalreaktors verzögere sich nochmals um etwa fünf Jahre bis 2025. In früheren Planungen waren die Verantwortlichen davon ausgegangen, dass der Testreaktor ab 2019 Energie produzieren kann.

Wird der Bau eine Milliarde teurer?

Unter Berufung auf einen internen Bericht des Bundesforschungsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags heißt es, allein die Errichtung des zentralen Gebäudekomplexes sei "bis zu 45 Monate" in Verzug und könne sich "um bis zu eine Milliarde Euro verteuern".

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Die Iter-Organisation bestätigte diese Zahlen am Donnerstag nicht. Eine verlässliche Kostenschätzung sowie ein neuer Zeitplan würden in der kommenden Woche den Projektpartnern und dann sofort der Öffentlichkeit vorgestellt, sagte eine Sprecherin. Bisher wurden die Kosten des gemeinsamen Projektes von China, Indien, Japan, Korea, USA, Russland und Europäischer Union auf 15 Milliarden Euro geschätzt. Am Thermonuclear Experimental Reactor (Iter) wird seit 2007 gearbeitet.

Kritikerin: "Rausgeschmissenes Geld"

Im "Spiegel" verteidigte der seit März neue Iter-Generaldirektor Bernard Bigot das Vorhaben: "Es gibt nicht so viele Alternativen, um saubere und nachhaltige Energie zu produzieren", sagte der Franzose. "Wenn wir Erfolg haben, erschließen wir eine klimaneutrale, fast unerschöpfliche Energiequelle, die überall verfügbar ist."

Dagegen sagte die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, dem Magazin: "Iter ist rausgeschmissenes Geld und kommt zu spät; wir brauchen keine Fusionsreaktoren." Zumal frühestens 2050 mit kommerziellen Anlagen zu rechnen sei. "Dann müssen wir die Energiewende aber schon geschafft haben." Bis dahin seien die Produktionskosten von erneuerbarer Energien aus Sonne und Wind wahrscheinlich auch so billig, dass die Kernfusionstechnik überflüssig sei.

dpa/wer

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