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Wissen Geothermieforscher messen unter der Erde 169,5 Grad
Nachrichten Wissen Geothermieforscher messen unter der Erde 169,5 Grad
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23:28 18.06.2010
Maßarbeit: Ingenieure überprüfen das Thermometer für unterirdische Messungen. Quelle: dpa
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Denn die wollen in einem rund 20 Millionen Euro teuren Pilotversuch die Erdwärme unter der Stadt nutzen – mit dem Ziel, im Jahr 2013 das gesamte Geozentrum mit 1000 Mitarbeitern zu beheizen.

Im vergangenen Jahr haben die Forscher zu diesem Zweck ein fast vier Kilometer tiefes Loch in die Erde gebohrt. Bei aktuellen Messungen stellten sie fest, dass die erwarteten Temperaturen von etwa 150 Grad noch überschritten wurden. „Das ist ungewöhnlich“, sagt BGR-Physiker Torsten Tischner. In Mitteleuropa nehme die unterirdische Temperatur im Schnitt um die 30 Grad pro Kilometer zu. Hannover bringt es nun auf 41 Grad – je höher die Temperaturen, desto höher ist die geothermische Energie.

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Gleichwohl können sich die Forscher nicht allein darauf verlassen. Weil die hannoversche Erde für eine wirtschaftliche geothermische Nutzung nicht porös genug ist, müssen sie noch ein ganzes Stück Arbeit leisten: Im Spätsommer werden große Wassermassen mit hohem Druck durch das Loch gepresst, um im heißen Boden künstliche Risse zu erzeugen. Das hindurchströmende Wasser wird dabei aufgeheizt – und dann wieder nach oben gefördert.

Juliane Kaune