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14:38 07.02.2011
Schopfgibbon Nam-Katje im brandenburgischen Zoo Eberswalde.
Schopfgibbon Nam-Katje im brandenburgischen Zoo Eberswalde. Quelle: dpa
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Gibbons unterhalten sich in regionalen Dialekten. Das haben Göttinger Forscher bei einer Analyse der Menschenaffengesänge festgestellt. „Jeder Gibbon hat seinen eigenen Gesang, aber - ganz wie bei Menschen - gibt es regionale Ähnlichkeiten zwischen Gibbons in derselben Gegend“, erläuterte Van Ngoc Thinh vom Deutschen Primatenzentrum. Die Forscher stellen ihre Analyse im Fachblatt „BMC Evolutionary Biology“ vor.

Das Göttinger Team hatte Gesänge und genetische Vielfalt bei insgesamt 19 Population aller 6 Arten von Schopfgibbons untersucht. Schopfgibbons (Gattung Nomascus) gehören zu den Kleinen Menschenaffen. Sie werden etwa 65 Zentimeter groß und sechs Kilo schwer. Sie tragen einen namensgebenden Haarschopf und haben keinen Schwanz.

Die Schopfgibbons leben in dichten Regenwäldern in China, Laos, Kambodscha und Vietnam. Sie kommunizieren über Gesänge, die akustisch optimal der Regenwaldumgebung angepasst sind. Sowohl Männchen als auch Weibchen singen, um ihr Revier zu markieren und um Partner zu finden. Pärchen singen sogar Duette, um ihre Bindung zu festigen.

Die Wissenschaftler analysierten 400 Gesangsproben anhand von 53 akustischen Parametern und verglichen sie mit der Herkunft sowie mit Mutationen in einem bestimmten Gen der Affen, das die Bauanleitung für ein zentrales, elektronentransportierendes Protein enthält. Es zeigte sich, dass die vier ähnlichsten Gesänge von den am engsten benachbarten Gibbonarten im Süden des Untersuchungsgebietes stammten, die zudem die größte genetische Übereinstimmung aufwiesen.

Mit den nördlicheren Populationen waren die Übereinstimmungen geringer. Das unterstütze auch die Annahme, dass sich die Gibbons von Norden nach Süden ausgebreitet haben, schreiben die Forscher.

dpa

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