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Wissen Die Nasa schickt Namen zum Mars – aber warum?
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Glosse: Lost in Space: Die Nasa schickt Namen zum Mars – aber warum?

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16:30 22.05.2019
Wenn 2020 ein Nachfolger der Mars-Rovers „Opportunity“ auf dem Roten Planeten niedergeht, hat er Namenslisten von tausenden Menschen dabei – warum auch immer. Quelle: Nasa/Jpl-Caltech/Msss/Press Association Images/dpa
Cape Canaveral

Erst kürzlich warnten Nasa und ihr europäisches Pendant Esa mit dramatischem Tremolo vor der Gefahr, die Weltraumschrott für die Erde bedeute. Nach den jüngsten Nachrichten aus Houston muss man sich allerdings auch ernsthaft Sorgen machen um all die eventuellen Allbewohner, auf deren Suche wir noch vergeblich sind. Der Begriff Weltraumschrott hat nämlich durch die jüngste Nasa-Aktion eine völlig neue, immaterielle Bedeutung erfahren.

Denn wenn im Juli 2020 die nächste Mars-Rover-Mission startet, dann transportiert ein Chip die Vor- und Zunamen etlicher Erdlinge mit auf den Roten Planeten. Und da ja das Weltraum-Credo sowohl der Astrophysiker wie auch der Esoteriker lautet: „Wir sind nicht allein“, muss über diese Nasa-Idee noch mal gesprochen werden.

Schrotflinten und Playboy-Heft

Stellen Sie sich vor, die armen Marsmenschen entdecken eines Tages die seltsame Liste mit all den Lennox’ und Chantals – oder im Fall von amerikanischen Teilnehmern gar Daenerys’ und Aryas: So wird das mit der Kontaktaufnahme gewiss nichts. Selbst, wenn die Marsbewohner nicht unmittelbar zum Krieg der Welten rüsten, was um Himmels Willen sollen sie mit einer Liste von Vor- und Zunamen? Ganz abgesehen von all dem Tinnef, den Astronauten schon bei ihren Missionen an Bord hatten: Schrotflinten (Russland), eine Playboy-Ausgabe (Apollo 12) und so weiter.

Die Frage der Sinnhaftigkeit stellt sich allerdings bei derlei Weltraumaktionen eher nicht – jenseits des Werbeeffekts für die amerikanische Weltraumbehörde. 2009 bereits hatte die Nasa, zusammen mit ihrer australischen Schwester CSIRO, zur Aktion „Hello from Earth“ aufgerufen. 28.000 Teilnehmer konnten eine Botschaft an den ganz normalen Nachbar Alien loswerden – allerdings nur in Länge einer SMS und auf Englisch. Die Botschaften wurden dann vom Canberra Deep Space Communications Complex ins All geschickt, genauer gesagt zu Gliese 518d, einem 20 Lichtjahre entfernten Planeten, auf dem man Leben für möglich hält.

SMS an Gliese 518d

Was aber, wenn die Gliesaner gar kein Englisch können? Dann hätten die Deep-Space-Typen so bahnbrechende Botschaften wie diese verpasst: „Hallo vom Planeten Erde. Bitte sagt uns, wie ihr es schafft, dass euch nicht schlecht wird in euren rotierenden Ufos – mir wird schon übel, wenn ich ein Karussell angucke. Seht ihr Aliens gut aus?“ Antworten gab es noch keine von Gliese 518d, was aber auch an der Entfernung liegen kann.

Antworten gab es übrigens noch nie. Weder auf die freundliche Message, die auf Zulu an die Allbewohner verbreitet wurde, „Wir grüßen euch, Erhabene. Wir wünschen euch ein langes Leben“, noch auf den Beatles-Song „Across the Universe“, der 2008 zum Polarstern geschickt wurde, folgte ein Feedback. Allerdings ist Polaris ja auch 431 Lichtjahre weit weg.

Lennox und Nancy leben ewig

Falls denn jemals eine Antwort eintreffen sollte, gibt es die Menschheit womöglich gar nicht mehr. Nur Lennox und Chantal, die leben ewig – in einem Chip auf dem Mars.

Von Daniel Killy/RND

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