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11:49 25.08.2012
Henning Böge (v.l.), Meinhard Schilling und Martin Oehler zeigen ein neuartiges EKG-Gerät in der TU Braunschweig. Quelle: dpa
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Braunschweig

Ein EKG-Gerät, das angeblich schnell und einfach die Herzaktivitäten misst, soll Ende des Jahres auf den Markt kommen. 31 Elektroden sind auf der Kunststoff-Oberseite des Geräts installiert: Es wird leicht auf den Brustkorb gedrückt, 30 Sekunden später soll die Herzkurve drahtlos übertragen auf einem PC-Monitor zu sehen sein. Spray, Gel und verkabelte Elektroden sollen so nicht mehr notwendig sein, das Gerät soll durch die Kleidung hindurchmessen.

Entwickelt wurde das Gerät, das aussieht wie ein Waffeleisen, von dem Braunschweiger Start-Up-Unternehmen Capical, das an der Technischen Universität Braunschweig gegründet wurde. Beim europäischen Kardiologen-Kongress in München (25 bis 29. August) sollte das Gerät vorgestellt werden. Gefördert wird das Projekt vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Das Gerät soll zunächst deutschen Kliniken angeboten werden, später sollen auch praktische Ärzte angesprochen werden. "Die klinische Erprobung an der Universitätsklinik Göttingen und am Klinikum Oldenburg ist abgeschlossen, die Zulassung wird bis Jahresende vorliegen", sagt Henning Böge, einer der Gründer des Herstellers Capical. Das Gerät eigne sich für die Herzinfarktdiagnose in Kliniken, beurteilt Professor Lars Maier vom Göttinger Herzzentrum das neue Gerät: "Die Mess-Ergebnisse sind mit denen konventioneller EKG-Geräte vergleichbar".

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Am Göttinger Herzzentrum werden nach Maiers Angaben jährlich 30 000 EKG erstellt. Nach Angaben des Fachverbandes Elektromedizinische Technik gibt es in Deutschland rund zehn größere Hersteller von EKG-Geräten. Der Branchenumsatz liege bei jährlich bis zu 15 Millionen Euro. Hinzu kommen noch Hersteller von Zubehörmaterialien, wie Gels oder Kabel.

dpa