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Wissen Heuschnupfen beim Autofahren: So können sich Allergiker schützen
Nachrichten Wissen Heuschnupfen beim Autofahren: So können sich Allergiker schützen
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16:48 23.04.2019
Schon wenige Sekunden im Blindflug können für Heuschnupfengeplagte am Steuer gefährlich werden. Quelle: obs/TÜV SÜD AG/A9Conny Kurz
Hannover

Eine Heuschnupfen-Attacke kann beim Autofahren immens gefährlich werden. Die Symptome einer Pollenallergie können vom Fahren ablenken und die Konzentration beeinträchtigen, schreibt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) .Wer mehrmals hintereinander niesen muss, kann im Straßenverkehr die Kontrolle über seinen Wagen verlieren – und im schlimmsten Fall einen Unfall verursachen. Zudem beeinträchtigen juckende Augen die Sicht. Autofahrer mit einer Pollenallergie sollten sich daher auf jeden Fall schon im Vorfeld schützen.

Autofahrer mit Heuschnupfen leben gefährlich

Die Beeinträchtigung von Heuschnupfen-Symptomen ist nicht zu unterschätzen: Eine Studie der Universität Maastricht in den Niederlanden (2014) hat belegt, dass eine Pollenallergie einen ähnlichen Effekt wie 0,5 Promille Alkohol im Blut haben kann. Diese Menge entspricht etwa zwei Bieren. Die Teilnehmer, die unter Symptomen einer Pollenallergie litten, sollten für die Studie bei einem Fahrtest eine vorgegebene Fahrspur einhalten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Heuschnupfen-Probanden im Schnitt 2,07 Zentimeter neben der Fahrbahn fuhren. Die Forscher appellierten an Ärzte, dass Sie Patienten auf das Risiko hinweisen sollen.

Autofenster geschlossen halten, Innenraumfilter wechseln

Oberstes Gebot für Allergiker: Dafür Sorge tragen, dass keine Pollen in das Innere des Autos gelangen. Das heißt also, dass die Fenster und das Schiebedach während der Fahrt geschlossen bleiben. Dafür sollte die Lüftung angestellt werden: In neueren Autos ist ein Pollenfilter eingebaut, der viele Pollen davon abhält, in das Fahrzeug zu gelangen. Bei älteren Wagen kann der Innenraumfilter nachgerüstet werden. Jedoch muss er jährlich oder spätestens alle 15.000 bis 30.000 Kilometer ausgetauscht werden, damit der Filter einwandfrei funktioniert, betont der ARCD. Wichtig zudem ist, dass bei der Lüftung die Umluft-Taste aktiviert ist, damit keine Allergene ins Fahrzeuginnere gelangen.

Auto stets sauber halten

Bevor Allergiker losfahren, sollte das Fahrzeuginnere kontrolliert werden. In der Pollenflugzeit ist es wichtig, den Innenraum des Autos stets sauber zu halten, rät der ARCD. Daher sollten regelmäßig Polster, Armaturenbrett und Ablagen gesaugt und Flächen abgewischt werden. Besonders vorsichtig sollten Menschen mit Heuschnupfen mit ihrer Kleidung sein: Pollen können auch über Anziehsachen in den Wagen gelangen. Jacken sollten daher lieber im Kofferraum gelagert werden. Beim Parken ist darauf zu achten, dass das Auto nicht unter Bäumen abgestellt wird. Denn dort „schneit“ es gerne Pollen, warnt der ARCD.

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Vorsicht vor Nebenwirkungen von Medikamenten

Viele Allergiker greifen bei hoher Pollenbelastung auf Medikamente zurück, um die Heuschnupfen-Symptome in Schach zu halten. Jedoch ist bei der Einnahme laut ARCD Vorsicht geraten: Viele Medikamente gegen Allergien können müde machen und die Konzentration verringern. Diese Nebenwirkungen können die Fahrtauglichkeit von Autofahrern einschränken – und somit das Unfallrisiko erhöhen. Wer unter Medikamenteneinfluss einen Unfall baut, kann seinen Führerschein verlieren und den Versicherungsschutz gefährden. Daher sollte man bei Heuschnupfen sorgfältig den Beipackzettel der Medikamente lesen oder sich bei einem Arzt oder Apotheker Rat einholen, empfiehlt der ARCD.

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Bei großer Pollenbelastung Auto im Zweifelsfall stehen lassen

Wer beim Verlassen des Hauses bereits mit Niesattacken und juckenden Augen zu kämpfen hat, sollte besser auf das Auto verzichten und öffentliche Verkehrsmittel nutzen, rät der ARCD. Wenn man bereits im Auto sitzt und akute Symptome eintreten, gilt: Auto so schnell wie möglich parken und warten, bis sich die Beschwerden lindern. Starke Allergiker sollten am besten immer ein Notfall-Set mit Medikamenten im Wagen haben (jedoch nur Weiterfahren, wenn keine beeinträchtigenden Nebenwirkungen eintreten).

Vor der Fahrt können sich Allergiker bereits im Internet darüber informieren, welche Pollen wann fliegen.

Hier lesen Sie im Pollenkalender, wann welche Pollen fliegen. Über den aktuellen Belastungsgrad informiert auch der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Von RND/bk

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