Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Höchststand: Immer mehr Deutsche infizieren sich mit Denguefieber
Nachrichten Wissen Höchststand: Immer mehr Deutsche infizieren sich mit Denguefieber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:36 17.11.2010
Die Asiatische Tigermücke überträgt den Dengue-Virus. Das Insekt breitet sich immer weiter nach Norden aus.
Die Asiatische Tigermücke überträgt den Dengue-Virus. Das Insekt breitet sich immer weiter nach Norden aus, bald könnte die Mücke auch in Deutschland heimisch werden. Ein Impfstoff ist noch im Entwicklungsstatus. Quelle: Handout
Anzeige

Bis zum Jahresende werde die Zahl der Infizierten wohl bei mehr als 500 liegen, sagte der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Die Dunkelziffer dürfte aber mindestens zehnmal so hoch sein. Nicht jede Infektion wird erkannt.“

Ursache für den Anstieg sei vor allem die zunehmende Zahl von Fernreisen. Das Verbreitungsgebiet von Dengue erstreckt sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO über die gesamte Südhalbkugel. Zwar stamme das Dengue-Virus ursprünglich aus Südostasien und Afrika, mittlerweile seien aber auch Süd- und Mittelamerika, die Karibik sowie Ozeanien betroffen. Weltweit geht die WHO von 50 Millionen Neuinfektionen pro Jahr aus.

Längerfristig rechnet Virologe Schmidt-Chanasit auch mit Infektionen in Deutschland, da sich die Asiatische Tigermücke, Hauptüberträger der Krankheit, immer weiter nach Norden ausbreite. „Erst im Oktober haben wir den Fall eines 72 Jahre alten Deutschen registriert, der sich im Urlaub in Kroatien infiziert hat.“

Merkmale der Krankheit sind neben hohem Fieber starke Kopf- und Gliederschmerzen, sagte der Virologe. Bei einer schnellen Behandlung bestehe keine Lebensgefahr. Es werde an einem Impfstoff gegen die Krankheit gearbeitet. „Das Mittel wird es aber frühestens 2015 geben“, erklärte Schmidt-Chanasit. Reisende könnten sich mit chemischen Abwehrmitteln vor den gefährlichen Mücken schützen. Wichtig sei, dass die sogenannten Repellentien den Wirkstoff DEET enthalten. „Andere Stoffe helfen nicht.“

dpa