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Hund barfen: Wie barfe ich richtig?

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13:40 19.06.2019
Ein Welpe isst eine Karotte: Zum Barfen gehört auch Gemüse. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Beim Barfen bestimmen Herrchen und Frauchen selbst, was genau im Fressnapf des geliebten Vierbeiners landet: Insbesondere Besitzer von Hunden mit Futtermittelallergien schwören deshalb oft auf den Trend. Ist das Barfen wirklich eine sinnvolle Alternative zur Dosenfütterung?

Der Wolf frisst auch kein Futter aus der Dose

In erster Linie wurde die Methode des Barfens, also der biologisch artgerechten Rohfütterung, für Hunde entwickelt. Der Hund stammt vom Wolf ab und sollte sich dementsprechend ernähren, finden Vertreter des Trends. Auch Hauskatzen stammen von Wildkatzen ab, die sich von Rohkost ernähren, wodurch auch einige Katzenbesitzer zum Barf-Menü greifen.

Barf: Biologisch artgerechtes Rohfutter

Beim Barfen wird dem Vierbeiner ein Menü aus Fleisch, Gemüse, Obst, Getreide und gelegentlich auch Knochen zusammengestellt. „Grundsätzlich gehören zu der Ernährung des Hundes Wasser, Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente“, erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt). Um dem Vierbeiner alle Bestandteile bieten zu können, müssen den Futterrationen deshalb zusätzlich Nährstoffpräparate zugesetzt werden. „Der Bedarf eines Tieres ist nicht mit dem des Menschen gleichzusetzen. Hunde haben beispielsweise einen viel höheren Bedarf an Kalzium“, so die Expertin.

Der Nährstoffbedarf: Beim Barfen oft ein Problem

Oft geben Hundebesitzer ihren Vierbeinern beim Barfen zu viel Fleisch, rohe oder ungeeignete Kohlenhydrate oder die falsche Menge an Nährstoffen. „Dadurch kommt es in vielen Fällen zu einer Unter- oder Überversorgung“, so Behr.

Wie viel an Proteinen, Fetten oder anderen Nährstoffen ein Hund braucht, hängt von einigen Faktoren ab – zum Beispiel seiner Größe, dem Alter und seiner Aktivität. Außerdem sollten Unverträglichkeiten und Lebensmittelallergien berücksichtigt werden.

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Barfen: Sich gut zu informieren, ist das A und O

Um dem Hund nicht mit einer ungeeigneten Zusammensetzung zu schaden, ist es wichtig, sich vor dem Barfen gut über den Bedarf des Vierbeiners zu informieren. „Beim Fachtierarzt für Tierernährung oder in einem Institut für Tierernährung einer tierärztlichen Universitätsklinik können Hundehalter eine Rationsbewertung durchführen lassen. Dann ist man einigermaßen auf der sicheren Seite sein“, meint Behr.

Ist es also empfehlenswert, selbst für den Hund zu kochen?

Im Internet berichten viele Hundebesitzer, die ihrem Vierbeiner eine angepasste Rohfütterung bieten, von sichtbaren Veränderungen: Der Hund hätte weniger Zahnstein, Mund und Fell würden besser riechen, und beim Gassigehen fielen kleinere Kotmengen auf. Eine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt es jedoch nicht: „Es gibt keine Belege dafür, dass das Barfen besser für den Hund ist, als das Füttern von herkömmlichem Trocken- oder Nassfutter – allerdings auch keine dagegen“, so die Expertin.

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Wie sieht ein typisches Barf-Menü aus?

Für alle, die sich unter dem Trend noch nichts vorstellen können, hier ein Rezeptbeispiel. Es ist auf einen erwachsenen und damit mittelmäßig aktiven Hund ausgerichtet, der etwa zehn Kilogramm wiegt:

Zunächst kocht man zwei Tassen Reis. Dazu kommen zwei hart gekochte Eier. Anschließend fügt man ein Kilogramm klein geschnittenes Hühnerfilet hinzu. Daraufhin werden drei Möhren mit einer Süßkartoffel klein gehackt und mit 80 Millilitern Hühnerbrühe zu einer Masse püriert. In einer großen Schüssel wird alles zusammengefügt und durch Rühren vermengt. Je nach Bedarf des Hundes reicht das Rezept für etwa fünf Portionen.

Barfen: Tiefkühlmenüs fallen bei Stiftung Warentest durch

Sollte die Zeit nicht zu einer eigenen Zusammenstellung reichen, gibt es im Handel Tiefkühlmenüs, die versprechen, den täglichen Nährstoffbedarf des Hundes zu decken. Die Stiftung Warentest hat die vermeintlich hochwertigen Produkte kürzlich getestet: Alle fünf Tiefkühlmenüs sind durchgefallen. „Die Fleisch-Gemüse-Mahlzeiten sind unausgewogen. Ihnen fehlen Vitamine und Mineralstoffe“, heißt es in der Zeitschrift „test“ (Ausgabe 6/2019). Zum vollständigen Test geht es hier.

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Von RND / Jessica Orlowicz

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