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Wissen Intensive Landwirtschaft ist schädlich für das Klima
Nachrichten Wissen Intensive Landwirtschaft ist schädlich für das Klima
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18:16 23.11.2009
Auch Kühe können durch ihren Methan-Ausstoß schlecht für das Klima sein. Quelle: ddp
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Die Klimabilanz wird durch intensive Landwirtschaft deutlich verschlechtert. Durch die Tierhaltung und intensiven Ackerbau werden so viel Klima schädigende Stickoxide und Methan freigesetzt, dass der positive Effekt der europäischen Wäldern als Kohlenstoff-Speicher fast vollständig zunichte gemacht wird, teilte die Max-Planck-Gesellschaft am Montag in München mit. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Ökosysteme in Europa sich auf die Treibhausgasbilanz positiv auswirken. Doch das stimmt nicht, wie ein internationales Forscherteam um Ernst-Detlef Schulze vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena nun herausfand.

Von allen globalen Kohlendioxid-Emissionen, die durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen, gelangt weniger als die Hälfte in die Atmosphäre und trägt dort zur globalen Erderwärmung bei. Der Rest wird in den Ozeanen und Ökosystem wie Wäldern, Graslandschaften und Torfmooren gespeichert. Vor allem Pflanzen nehmen während ihres Wachstums viel vom Treibhausgas Kohlendioxid auf. Intensive Landwirtschaft und trockengelegte Moore geben wiederum Kohlendioxid an die Atmosphäre ab.

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Die Treibhausgasbilanz für Europa fällt nach Angaben der Forscher bislang insgesamt aber zu positiv aus, weil sie sich auf den Kohlendioxid-Ausstoß konzentriert und den Ausstoß von Stickoxiden oder Methan vernachlässigt. Die Forscher haben deshalb die nach eigenen Angaben erste, vollständige Treibhausgasbilanz Europas für die Jahre 2000 bis 2005 aufgestellt und dabei neben Kohlendioxid erstmals auch Methan und Stickoxide berücksichtigt. Unterm Strich kompensieren die Pflanzen in allen terrestischen Ökosystemen wie Wäldern, Graslandschaften und Torfmooren demnach nur rund zwei Prozent der Kohlendioxid-Emissionen aus Haushalten, Verkehr und Industrie.

Als Ausweg sieht Ernst-Detlef Schulze nur Änderungen in der Bewirtschaftung der europäischen Landschaft. „Methan und Stickoxide sind derart starke Treibhausgase, dass wir eine Bewirtschaftung erreichen müssen, die weniger dieser Treibhausgase freisetzt“, betonte er. Die Forschungsergebnisse wurden vorab online in „Nature Geoscience“ veröffentlicht.

afp